Um die nur volatil verfügbare Solarenergie in vollem Umfang nutzen zu können, ist es erforderlich, sie zu speichern und bei Bedarf zu nutzen. An der Chalmers University of Technology wurden dazu in den letzten Jahren organische Substanzen entwickelt, die durch den Effekt der Photoisomerie den UV-Anteil der solaren Einstrahlung chemisch speichern können, heißt es in einer Pressemitteilung des Bayerischen Zentrums für angewandte Energieforschung (ZAE).
Durch das UV-Licht werden die Moleküle in ein Isomer, also ein Molekül gleicher chemischer Zusammensetzung aber in einer energiereicheren Struktur, umgewandelt. Dieses energetisch aufgeladene Isomer kann laut dem ZAE in Tanks verlustfrei über mehrere Jahre gespeichert werden.
Technologie zur Praxisreife weiterentwickeln
In einem weiteren Schritt könne mittels eines Katalysators das Isomer unter Abgabe von Wärme über einen Wärmetauscher wieder in den energieärmeren Zustand zurückgeführt werden, so das ZAE.
Im Rahmen des EU-Projekts MOST (Molecular Solar Thermal Energy Storage System) solle die Technologie nun weiterentwickelt werden, dass sie effizienter, kostengünstiger, umweltfreundlicher und damit reif für den Praxiseinsatz werde. Forschungsteams von Universitäten und Instituten aus Schweden, Dänemark, Großbritannien, Spanien und Deutschland haben sich dazu laut der ZAE in einem EU- Projekt zusammengeschlossen.
Spezieller Hybridkollektor
"Ein sehr aufregender Aspekt des Projekts ist die Art und Weise, wie wir exzellente interdisziplinäre Forschung im Moleküldesign mit dem Wissen bezüglich Hybridtechnologie für Energiegewinnung, Speicherung und die Umwandlung in Wärme mit dem Aspekt des Niedrigenergie-Gebäudedesign mit low-ex Heiztechnik kombinieren", wird Kasper Moth-Poulsen, Projektkoordinator und Professor an der Chalmers University of Technology in Schweden zitiert.
Das Forscherteam des ZAE Bayern habe im Projekt die Aufgabe, einen speziellen Hybridkollektor für die Anforderungen im Projekt, die deutlich von handelsüblichen Kollektoren abwichen, vom Funktionsmuster im Labormaßstab in mehreren Stufen zur Praxisreife zu entwickeln, heißt es in der Pressemitteilung weiter. (hcn)


