Ein Wohnhaus in der Werksiedlung der BASF Wohnen + Bauen in Limburgerhof im Rhein-Pfalz-Kreis hat im Rahmen einer energetischen Sanierung ein neues Energiekonzept bekommen. Das Wohnungsunternehmen der BASF hat das Gebäude modernisiert, aufgestockt und auf dem Dach des Mehrfamilienhauses sowie des neu entstandenen Anbaus eine Photovoltaikanlage errichtet. Der dort erzeugte Strom kann von den Mietern in dem Mehrfamilienhaus genutzt werden.
Intelligente Energie-Drehscheibe steuert Stromerzeugung
Neben den Photovoltaikanlagen und den zugehörigen Batteriespeichern versorgt eine Wärmepumpe die 20 Wohneinheiten mit Strom und Wärme. Eine intelligente Energie-Drehscheibe steuert diese lokale und regenerative Stromerzeugung. Betrieben werden die Anlagen durch die Stadtwerke Karlsruhe und die BES, Badische Energie-Servicegesellschaft. Letztere ist ein Joint Venture der Stadtwerke Karlsruhe und der Brauerei Hoepfner Bräu. Das Gemeinschaftsunternehmen hat sich auf Energielösungen für Wohnviertel, gemischte Quartiere und Industrieanlagen spezialisiert. Für den Betrieb und das Management der Energie kommt das neuartige Mieterstromkonzept der BES, die "Strom-Community" zum Einsatz.
Diese sorgt dafür, dass in erster Linie der lokal erzeugte Strom verbraucht wird. Wird mehr Strom benötigt, als gerade vor Ort erzeugt wurde, wird automatisch Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen. So ist die Versorgung der Kunden immer sicher gestellt.
Zweite Generation von Mieterstromprodukten
Bei dieser Form der lokalen und dezentralen Energieversorgung entstehen weniger Kosten und CO2-Emissionen. Ähnlich wie schon bei Übernachtungen in Privatunterkünften oder Car-Sharing-Plattformen vernetzen sich die Akteure untereinander und nutzen gemeinsam eine bestehende Infrastruktur. Produzenten und Konsumenten schließen sich so zusammen und verbrauchen den Strom aus den Solaranlagen und die Wärme aus der Wärmepumpe innerhalb der Gemeinschaft. Diese Energie wird lokal und umweltfreundlich erzeugt und direkt an die Kunden verkauft.
"Wir setzen hier bereits die 2. Generation von Mieterstromprodukten ein. Basierend auf den erfolgreichen Erfahrungen mit Mieterstromprojekten haben wir die aktuelle Produktgeneration hin zu einer Quartiers- und Areal-Strom-Community weiterentwickelt", freut sich der Leiter Vertrieb B2B und Energiedienstleistungen, Lars Ziegenbein bei den Stadtwerken Karlsruhe. Er rechnet in den kommenden Jahren mit einem stark steigenden Interesse der Kunden an grüner, direkt in der Nachbarschaft erzeugter Energie. Ebenso geht er von einem Boom bei der Nachfrage nach eigenen Stromspeichern aus.
Mieterstrom-Modelle sind zunehmend gefragt
Der Wunsch nach Vernetzung und nachhaltiger Lebensweise nimmt gerade in großen Städten immer weiter zu, so der Eindruck der Stadtwerke Karlsruhe. Der Versorger setzt mit seiner Strom-Community auf Gemeinschaft und versorgt Mehrfamilienhäuser sowie Quartiere und Areale mit Energie, die umweltfreundlich vor Ort erzeugt wird.
Für Firmenkunden aus Wohnungswirtschaft und mittelständischer Industrie entwickeln sie gemeinsam mit der BES maßgeschneiderte Energie-Konzepte. Dabei kommen klimaneutrale Solaranlagen und CO2-reduzierende Blockheizkraftwerke zum Einsatz, die Energie für alle Gebäude produzieren, die Teil der Strom-Community sind.
Neues Aufgabengebiet: Wohnkomplexe, Gewerbe-Areale, gemischte Viertel
Mieterstrommodelle, bei denen der Strom innerhalb eines Gebäudes an die Mieter verkauft wird, sind seit Jahren erfolgreich. Mit dem neuen Areal-Strom kümmern sich die Stadtwerke nun um Wohnkomplexe, Gewerbe-Areale oder gemischte Viertel. Deren gemeinsam genutzte, unabhängige Infrastruktur entlastet die Stromnetze. Außerdem entstehen durch die lokale Erzeugung keine Energie-Verluste durch lange Transportwege. (sg)



