KAAW-Geschäftsführer Marcus Egelkamp (von links) und IT-Spezialist Johannes Wolf sowie Stadtwerke-Geschäftsführer Tobias Koch (r.) sowie Richard Domin, Leiter IoT und Kommunikationsnetzservice, haben die Zusammenarbeit zwischen der KAAW und den Stadtwerken Tecklenburger Land vorbereitet.

KAAW-Geschäftsführer Marcus Egelkamp (von links) und IT-Spezialist Johannes Wolf sowie Stadtwerke-Geschäftsführer Tobias Koch (r.) sowie Richard Domin, Leiter IoT und Kommunikationsnetzservice, haben die Zusammenarbeit zwischen der KAAW und den Stadtwerken Tecklenburger Land vorbereitet.

Bild: © Stadtwerke Tecklenburger Land

Um ihre Region noch smarter zu machen, haben die Stadtwerke Tecklenburger Land eine Kooperation mit dem Zweckverband KAAW mit Hauptsitz in Ibbenbüren geschlossen. Die vier Buchstaben KAAW stehen für die Kommunale ADV-Anwendergemeinschaft West.

Der Zweckverband unterstützt kommunale Verwaltungen beim Einsatz von Digitalisierungslösungen in Behörden. In Zusammenarbeit mit der KAAW soll – so der Plan – die Stadtwerke-Tochter SWTE Kommunal GmbH & Co. KG den Stadtwerke-Kommunen ein digitales Cockpit zur Verfügung stellen, auf dem Smart City-Anwendungen visualisiert werden. Nach Fertigstellung können alle Interessierten die Plattform für das Tecklenburger Land im Internet aufrufen. „Als Stadtwerke bieten wir damit eine Art digitales Schaufenster für die Region“, erklärt Tobias Koch, Geschäftsführer der SWTE Kommunal.

Umweltdaten zum Auftakt

Welche Smart City-Anwendungen über die Plattform ausgespielt werden, obliegt der jeweiligen Stadtwerke-Kommune. „Zum Auftakt werden Umweltinformationen zur Verfügung gestellt wie Temperatur, Feinstaub-Belastung und Bodenfeuchtigkeit“, erklärt Richard Domin, Leiter der Stadtwerke-Abteilung IoT und Kommunikationsnetzservice.

Weitere denkbare Anwendungen sind aber auch Informationen über freie Parkplätze, Pegelstände, E-Lademöglichkeiten, Lärmpegelmessungen und vieles mehr. Die KAAW unterstützt dabei aktiv die Entwicklung neuer Anwendungsfälle und berät die Kommu-nen bei der passenden Technologie und Geräteauswahl.

Kooperation mit Stadtwerk bietet Chancen

Die KAAW betreut seit knapp 50 Städte, Gemeinden und Kreisverwaltungen bei der Gestaltung und Bereitstellung digitaler Verwaltungsprozesse. KAAW-Geschäftsführer Marcus Egelkamp sieht große Chancen in der Kooperation mit einem regionalen Stadtwerk wie den Stadtwerken Tecklenburger Land. „Die Bürgerinnen und Bürger erwarten eine einheitliche, überregionale Datenplattform, in der zahlreiche und bedarfsgerechte Smart City-Anwendungen mit Ortsbezug abgebildet werden“, sagt er.

Durch die Vernetzung der Daten in gemeinsamen Systemen könnten der Gesellschaft Open-Data-Plattformen angeboten werden. „Unser wichtigstes Argument ist die Beibehaltung der digitalen Souveränität. Je früher wir gemeinsam und interkommunal dieses Projekt angehen, umso effizienter, unabhängiger und sicherer können wir smar-te Lösungen anbieten“, betont  Egelkamp.

Gesamtbild der Region

Auch die Kommunen sollen von einem vernetzten Dashboard im Verbund der sieben Stadtwerke-Kommunen profitieren. Denn wenn jede Kommune diese Informationen ausschließlich für sich erhebt, bleibt es bei einem kleinteiligen und wenig aussagekräftigen Bild. Dank des gemeinsamen Dashboards der Stadtwerke Tecklenburger Land ergebe sich ein geschlossenes Bild für die Region, heißt es.

Beispiel Pegelstände: Die Aa fließt von Mettingen aus über Recke und Hopsten. Aktuelle Pegelstände betreffen mehrere Kommunen im Stadtwerke-Gebiet. Erst Daten aus allen Anlieger-Kommunen bringen den Stadtwerken zufolge aussagekräftige Ergebnisse und unterstützen im Bedarfsfall bei der Suche nach Lösungen.

LoRaWAN und andere Technologien

Erfasst werden die Daten mithilfe von Sensoren für die jeweilige Anwendung. Die Übertragung erfolgt unter anderem über das LoRaWAN-Netz der Stadtwerke-Netzgesellschaft. Das Netz ist bereits seit 2020 in Betrieb und deckt den Großteil der kommunalen Gebiete ab. „Grundsätzlich ist die Plattform aber technologieoffen. Dies bedeutet mehr Flexibilität bei der passenden Technologiewahl“, erklärt Richard Domin. Kommende „smarte“ Anwendungen können somit auch mit Mobilfunk, Breitband oder über andere Kommunikationswege in das System eingebunden werden. (sg)

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