62 Prozent der Befragten aus dem Energieumfeld, die heute noch nicht auf KI setzen, wollen dies in Zukunft ändern. Die Mehrheit will den Einsatz auf mittelfristige Sicht realisieren.

62 Prozent der Befragten aus dem Energieumfeld, die heute noch nicht auf KI setzen, wollen dies in Zukunft ändern. Die Mehrheit will den Einsatz auf mittelfristige Sicht realisieren.

Bild: © Sergey Tarasov/AdobeStock

"Die Unternehmen wissen, dass in der Energiebranche die gute alte Zeit zu Ende geht", sagt Torsten Henzelmann, Partner von Roland Berger. Neue technologische Entwicklungen, hohe Volatilität von Angebot und Nachfrage sowie entsprechend schwankende Preise fordern Versorger zunehmend heraus. Neue Geschäftsmodelle sind gefragt, dazu brauchen Versorger laut Henzelmann auch neue Technologien wie die Künstliche Intelligenz (KI). Laut einer Studie des Beratungsunternehmens haben jedoch 40 Prozent der europäischen Energieversorger gar kein Konzept in Bezug auf KI. 23 Prozent gaben an, eine entsprechende Strategie zu besitzen.

"Der Einsatz von KI-Lösungen könnte Effizienzsteigerungen von bis zu 20 Prozent in den kommenden fünf Jahren mit sich bringen", so der Berater. Es wundere ihn, dass viele Unternehmen diesen wichtigen Wettbewerbsfaktor noch nicht nutzen. Mit Hilfe von KI können Maschinen und Steuerungssysteme so programmiert werden, dass sie nicht nur Daten und Algorithmen nutzen, um bestimmte Aufgaben zu erledigen, sondern auch dazulernen und immer besser werden. Gerade in der Energiebranche könnten solche Anwendungen auf Basis von Echtzeitdaten über die Energieerzeugung und den Kundenbedarf Angebot und Nachfrage automatisch steuern.

Schrittweiser Einstieg

Fachleute von Roland Berger empfehlen einen schrittweisen Einstieg in die KI. So könnten am Anfang fertige Anwendungen stehen wie Predictive Maintenance – bei der Anlagen lernen, sich selbst zu überwachen und Instandhaltungsarbeiten punktgenau zu veranlassen – oder automatisierte Energie-Handelssysteme. Versorger könnten hier effizienter wirtschaften und Kosten sparen, um in einem zweiten Schritt die freiwerdenden Mittel in die Entwicklung neuer KI-basierter Geschäftsmodelle zu investieren. Derzeit seien Energieversorger noch sehr vorsichtig und risikoscheu, so Henzelmann. Er rät jedoch davon ab, zu lange zu warten und stattdessen KI-Technologien einzusetzen, um Erkenntnisse für die Entwicklung eigener Geschäftsmodelle zu ziehen. Vor allem KI-Algorithmen sollten die Versorger nicht selbst implementieren oder hierzu neue Kräfte akquirieren – vieles sei schon im Markt verfügbar, so sein Rat. (sg)

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