Die Thüga ist seit zehn Jahren im Besitz eines großen Stadtwerke-Konsortiums.

Die Thüga ist seit zehn Jahren im Besitz eines großen Stadtwerke-Konsortiums.

Bild: © Thüga

Die Thüga Smart Service GmbH (TSG) unterstützt die Stadtwerke Jena-Pößneck bei der Umsetzung eines innovativen Mieterstromprojekts. Für die energiewirtschaftlich korrekte Abbildung der Vor-Ort-Versorgung der einzelnen Kunden hat die Stadtwerke Jena Netze GmbH 33 Messeinrichtungen verbaut, welche über sieben zertifizierte Smart-Meter-Gateways fernausgelesen werden. Die viertelstündlichen Daten werden im Mieterstrom-Rechenkern der TSG verarbeitet und ins Abrechnungssystem des Lieferanten zurückgespielt.

Die TSG plant, in den kommenden Monaten alle ihre bereits laufenden Mieterstromprojekte auf solche Gateways umzustellen. Das Entscheidende daran ist, dass diese ausnahmslos zertifiziert sind. Eine Installation in Zusammenarbeit mit der Mainova wurde bereits durchgeführt und ab sofort sollen alle neuen Mieterstromprojekte ebenfalls mit diesen Smart-Meter-Gateways ausgestattet werden. Die Projekte verteilen sich dabei auf ganz Deutschland. Als nächstes sollen im Oktober 2019 die Mieterstromprojekte der Stadtwerke Dorfen umgerüstet werden.

Enormer Sicherheitsstandard

Alle Geräte, die zur Installation vorgesehen sind, werden über eine "sichere Lieferkette" (SiLKe) transportiert. So werden sie bereits auf dem Weg vom Lager zum Endkunden vor Diebstahl und Manipulation geschützt. Die TSG stellt für diese SiLKe eine sogenannte "Safety Box" zur Verfügung und lässt den Berechtigten einen Schlüssel dafür zukommen. Diese Box dient dem Transport ab Lager bis zum Endkunden. Die TSG übernimmt zudem die Zwischenlagerung aller Geräte und stellt die sichere Lieferung der G1-SMGW an die jeweilige Montagestelle sicher.

Spezialisten der TSG haben die Gateways für die Datenkommunikation der Zähler automatisiert über eine Schnittstelle zwischen Abrechnungs- und GWA-System in Betrieb genommen. Franz Schulte, Geschäftsführer der TSG, sagt: "Wir freuen uns, dass wir bereits jetzt unseren Kunden Mehrwertlösungen im Regelbetrieb inklusive der sicheren Lieferkette anbieten können. Das ist bereits unsere dritte Installation von zertifizierten Gateways." Nur geschultes Personal kann die Safety Box mittels spezieller elektronischer Sicherheitsschlüssel öffnen.

Mieter in Hermsdorf werden Selbstversorger

Das innovative Projekt der Stadtwerke Jena-Pößneck befindet sich im thüringischen Hermsdorf. Dort haben die Monteure der TSG die Geräte in ihren Safety Boxen direkt an die Messstelle gebracht, so wie das in jedem zukünftigen Projekt geschehen wird. Beim Hermsdorfer Mieterstromprojekt verbrauchen die Bewohner den von einer Photovoltaikanlage mit 50 kWp erzeugten Strom selbst. Nur wenn die PV-Anlage nicht genügend Energie liefert, wird Strom aus dem Netz bezogen.

Christopher Gieb von den Stadtwerken Energie Jena-Pößneck erläutert: "Wichtig ist, dass wir nun die technische Grundlage für einen automatischen Abrechnungsprozess installiert haben. Somit wird eine stichtagsgenaue Abrechnung möglich, ohne die Zähler vor Ort abzulesen." Das System der TSG übernimmt dabei alle Schritte vom Sammeln der Verbrauchsdaten jedes Zählers, der Berechnung des über das Netz zugelieferten Stroms und dem Herausrechnen der direkt vom Netz versorgten sogenannten Fremdversorgten.

Kompatibel mit allen Abrechnungssystemen

"Das Besondere an dem Projekt ist für uns, dass wir sowohl die Installation und die Gateway-Administration (GWA) übernehmen, als auch die Mieterstromanlage gemeinsam mit den Stadtwerken umgesetzt haben", ergänzt Schulte. Das Portfolio der TSG reicht von Zählerfernauslesung, Energiedatenmanagement, Marktkommunikation, Smart Energy und IT-Services über Maßnahmen für eine effiziente Nutzung und Erzeugung von Energie bis hin zur Breitbandvernetzung sowie Smart-Meter-Gateway-Administration.

Die Smart-Meter-Gateway-Administration der TSG passt nicht nur zum Mieterstrom-Modell in Hermsdorf bei Jena: "Die Lösung ist flexibel", betont Schulte. "Unsere Software für die GWA arbeitet mit jedem Abrechnungssystem auf dem Markt zusammen." Der Vorteil der Smart Meter Gateways kommt so bei Mieterstromprojekten voll zum Tragen, die angeschlossenen Kunden sparen sich die Kosten für Anfahrten und Arbeitszeit zum Ablesen der Zähler. "Gleichzeitig ist die komplette Berechnung transparent und ermöglicht einen digitalen Prozess bis zur Abrechnung." (sig)

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