Größere Lasten in Phasen mit günstigen Börsenstrompreisen verschieben und dabei deutliche Einsparungen realisieren: Dies will das norwegische Strom-Start-up Tibber Nutzern mit seinem neuen Smart-Meter Tarif auch privaten Haushalten ermöglichen. Laut Pressemitteilung werden dabei sowohl gängige Anbieter am Markt integriert als auch über Partner ein Wechsel-Service von allen gängigen Zählern zu smarten Zählern angeboten. Auch andere Anbieter wie Awattar bieten mittlerweile ähnliche Tarife in Deutschland an (siehe Oktoberausgabe der ZfK).
Eine Besonderheit des Tibber-Produktes ist, dass Strom den Kunden zum Einkaufspreis zur Verfügung gestellt wird. Dieser wird stündlich aktualisiert. Die größten Schwankungen in den letzten Wochen lagen laut Tibber in den vergangenen Wochen zwischen circa 13 ct/kWh und 40 ct/kWh. Mit steigendem Ökostrom-Anteil im System nehmen dabei die günstigen Stunden zu.
Verbrauchsgenaue Abrechnung
Im Schnitt würden sich Spitzen und sehr günstige Stunden ausgleichen, heißt es. Der durchschnittliche Preis liege bei 24 ct/kWh über die letzten 12 Monate. Kunden hätten bei diesem Tarif einen Echtzeit-Überblick über ihren Stromkonsum und erhielten eine verbrauchsgenaue Abrechnung.
Mit Hilfe der Technologie des laut eigenen Angaben vollständig digitalen Unternehmens ließen sich sowohl die Wärmepumpen-Nutzung als auch das Laden von Elektro-Autos automatisiert in die „günstigen Stunden des Tages schieben“. Dadurch könnten Ersparnisse von über 20 Prozent generiert werden. So könnten auch private Haushalte von den Vorteilen der Energiewende profitieren.
In Norwegen und Schweden seien Smart-Meter sowie die Lösungen des Start-ups seit längerem etabliert. Im Oktober habe das vor vier Jahren gegründete Unternehmen erstmals einen Quartalsgewinn ausweisen können. Die Kundenzahl liege weltweit mittlerweile bei über 100.000.
Seit Mai im deutschen Markt
Die Mitarbeiterzahl habe sich seit dem Jahresbeginn mittlerweile auf über 60 verdoppelt, in Deutschland ist man seit Mai mit einem eigenen Büro in Berlin vertreten. „In Norwegen und Schweden sind wir schon profitabel. Das werden wir auch in Deutschland in zwei bis drei Jahren schaffen“, prognostizierte CEO Edgeir Aksnes im Mai im Gespräch mit dem Handelsblatt.
Grundgebühr als Umsatzbringer
Tibber hat das Ziel, den Energieverbrauch seiner Kunden zu senken. An deren Stromverbrauch will man deshalb auch nichts verdienen. Der Umsatz wird vor allem über eine Grundgebühr von 3,99 Euro erwirtschaftet. (hoe)



