Das Smart Metering soll für frischen Wind im Submetering-Wettbewerb sorgen.

Das Smart Metering soll für frischen Wind im Submetering-Wettbewerb sorgen.

Bild: © emmi/AdobeStock

Aufbau und Einbindung neuer Prozesse und IT-Systeme, fehlendes Know-how sowie die regulatorischen Rahmenbedingungen sind für Energieversorgungsunternehmen (EVU) bzw. Messstellenbetreiber (MSB) klassische Hürden beim operativen Einstieg in das Submetering-Geschäft. Dennoch gilt Submetering via Smart Meter Gateway (SMGW) für viele MSB als wichtige zukünftige Erlösquelle.

Bei der Umsetzung suchen die Akteure vielfach Kooperationspartner. Dies ist das Ergebnis der Submetering-Marktumfrage 2021, die von der Managementberatung Q-Perior durchgeführt wurde. Befragt wurden sowohl EVU/MSB als auch Submetering-Dienstleister. Aus den Ergebnissen der Analyse hat der Berater einen „Handlungsleitfaden für Messstellenbetrieb und Submetering“ abgeleitet.
 
 

Smart-Meter-Gateway: Dreh und Angelpunkt

„Die Wohnungswirtschaft nimmt zukünftig eine zentrale Rolle in der Energiewende ein“, skizziert Q-Perior-Manager und Studienmitautor Daniel Böhm die Marktsituation. „Das Smart Meter Gateway wird bei der Umsetzung sektorenübergreifend eine zentrale Rolle in der Datenkommunikation einnehmen. Wer heute das Submetering über das Smart-Meter-Gateway besetzt, wird damit auch einer der ersten Ansprechpartner für künftige IoT- und Smart-Building-Dienstleistungen für die Wohnungswirtschaft sein. Die Marktplayer sollten sich daher frühzeitig positionieren.“

Starkes strategisches Interesse am Submetering

Offensichtlich ist, dass Bewegung in den Markt kommt und Messstellenbetreiber sowie Submetering-Dienstleister sich strategisch und operativ positionieren. Zwar haben bislang nur 57 Prozent der befragten Unternehmen in Liegenschaften bereits intelligente Messsysteme installiert. Doch wurden bei allen befragten Submetering-Dienstleistern und 74 Prozent der Messstellenbetreiber schon Strategien für die Anbindung von Submetering-Komponenten an das Smart-Meter-Gateway aufgesetzt oder sind in Arbeit.

Beim Submetering bauen 66 Prozent der befragten Unternehmen wegen der hohen Umsetzungskosten auf Kooperationsmodelle. Die bevorzugte Ausgestaltungsform ist das White-Label-Modell. Interessant: Alle Submetering-Dienstleister und 60 Prozent der EVU wollen die Rolle des wettbewerblichen Messstellenbetreibers besetzen.

Barrieren beim Markteinstieg

Als Hürden in den Projekten erweisen sich vor allem die Einbindung neuer Prozesse und die Implementierung neuer IT-Funktionalitäten. Submetering-Dienstleister sind bei der Problemlösung weiter vorangeschritten als Messstellenbetreiber. Die CLS-Schnittstelle am Smart Meter Gateway (SMGW) ist für alle Unternehmen die klar bevorzugte Umsetzungsvariante zur Anbindung von Submetering-Komponenten. Über 80 Prozent der befragten Unternehmen liebäugeln mit der Ausprägung eines aktiven EMT für das Abrufen der Daten und haben die Anforderungen dafür bereits umgesetzt oder planen dies zu tun.
 
Als zusätzliche Markteintrittsbarrieren gelten der Aufbau von Know-how (86 Prozent) und die regulatorischen Rahmenbedingungen (82 Prozent). Lange Laufzeiten von Bestandsverträgen, technische Aspekte (Funktionsumfang der Smart-Meter-Gateways, Interoperabilität) und die hohen Sicherheitsanforderungen betrachten die Akteure ebenfalls als hinderlich.

Kooperationen bevorzugtes Organisationsmodell

Daniel Böhm resümiert: „Insbesondere § 6 des Messstellenbetriebsgesetzes und die novellierte Heizkostenverordnung führen immer stärker zum Zusammenwachsen von Messstellenbetrieb und Submetering. Dem Smart Meter Gateway als Kommunikationsplattform in Gebäuden kommt auch beim Submetering eine zentrale Rolle zu. Submetering via SMGW ist schon heute ein strategisch wichtiges Thema für Messstellenbetreiber und Submetering-Dienstleister."

Und weiter: "Der mit der SMGW-Integration verbundene hohe Umsetzungsaufwand und weitere Barrieren bremsen den Markthochlauf zwar, stoppen ihn jedoch nicht. Es zeichnet sich ab, dass Submetering über das SMGW zu großen Teilen über Kooperationen zwischen Messstellenbetreibern und Submetering-Dienstleistern umgesetzt wird.“

Die Umfrage sowie einen Handlungsleitfaden finden Sie hier. (sg)
 

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