Das Bundesforschungsministerium macht Druck, dass eine ambitionierte nationale Wasserstrategie endlich auf den Weg kommt.

Das Bundesforschungsministerium macht Druck, dass eine ambitionierte nationale Wasserstrategie endlich auf den Weg kommt.

Bild: © Thomas/AdobeStock

Die Bundesregierung sollte die Nationale Wasserstoffstrategie zügig und ambitioniert umsetzen, um einen schnellen Markthochlauf von grünem Wasserstoff zu ermöglichen. Das geht aus einer Metaanalyse des Aachener Beratungsunternehmens BET zur Zukunft des Gassektors hervor."Es zeigt sich, dass Wasserstoff in allen Studien, vor allem in Szenarien mit strengen Klimaschutzzielen, eine Rolle spielt", erklärt BET-Geschäftsführer Olaf Unruh. "In den von uns betrachteten Referenzszenarien, die den aktuellen Trend fortschreiben, spielt Wasserstoff hingegen kaum eine Rolle", ergänzt BET-Studienleiter Sebastian Seier.

Demzufolge ist die Anpassung des energiepolitischen Rahmens ein zentraler Erfolgsfaktor für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft. Die in der Wasserstoffstrategie vorgesehene Ausschreibung von Elektrolyseleistung, die Befreiung der Produktion von grünem Wasserstoff von der EEG-Umlage und die Förderung von Wasserstoff-ready-Anlagen sind eine wichtige Grundlage für den verstärkten Einsatz von Wasserstoff. "Diese Maßnahmen sind jedoch in der NWS als Prüfaufträge formuliert. Die Umsetzung muss nun entschlossen angegangen werden", fordert Unruh. 

Ambitionierte Ziele

Die BET-Analyse zeigt zudem, dass die Forschungsinstitute erst nach 2030 mit signifikanten Mengen von Wasserstoff rechnen. Insgesamt plant die Bundesregierung mit einem Wasserstoffbedarf von 90 bis 110 TWh im Jahr 2030 – ein Wert, der nur in wenigen der untersuchten Szenarien erreicht wird. Entsprechend ambitioniert muss nun der Aufbau der Wasserstoffwirtschaft erfolgen. Die Bundesregierung sieht dafür eine massive Förderung vor und plant in der Wasserstoffstrategie für die nächsten Jahre mit Ausgaben von über 9 Mrd. Euro.

Nicht in allen Sektoren werden in Zukunft gleichermaßen Abnehmer für Wasserstoff zu finden sein, sagt das BET weiter. Insbesondere in Verkehr und Industrie ist laut der untersuchten Szenarien mit einer verstärkten Abnahme von Wasserstoff zu rechnen. Über die Frage, ob und in welchem Umfang Wasserstoff in der Stromerzeugung eine Rolle spielen wird, bestehe in den untersuchten Studien noch Uneinigkeit.

"Es zeigt sich aber relativ eindeutig, dass Wasserstoff im Gebäudesektor, also für die Raumwärme und Warmwasser, nur eine untergeordnete Rolle spielen wird", erklärt Sebastian Seier mit Blick auf die Ergebnisse der Metaanalyse. In diesem Bereich seien alternative Technologien, wie Wärmepumpen und Solarthermie, aus heutiger Sicht die wirtschaftlicheren Alternativen. (amo)

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