Gas

Biogas "Made in Cologne": Projektpartner treiben klimaneutrale Abfallsammlung voran

Im Kölner Norden wurde eine neue Biogastankstelle in Betrieb genommen. Dort werden Nutzfahrzeuge mit Treibstoff aus Bioabfällen betankt.
04.10.2021

Aus Bioabfall wird Biogas: Rheinenergie und Co. wollen die Abfallsammlung klimafreundlicher machen (Symbolbild).

Die AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH (AWB), die AVG Ressourcen GmbH (AVG), der GVG Rhein-Erft, Remondis Rheinland und die Rheinenergie haben sich zusammengetan. In den kommenden Jahren werden die Unternehmen in Köln mit rund 100 Nutzfahrzeugen unterwegs sein, die mit klimaneutralem Biogas betankt werden. Damit soll eine CO2-neutrale, schadstoff- und geräuscharme Abfuhrlogistik entstehen, heißt es in einer Pressemitteilung. Zudem ermögliche diese Partnerschaft einen effizienten Stoffkreislauf.

Als Voraussetzung dafür wurde nun auf dem Gelände der AVG im Kölner Norden eine neue Biogastankstelle in Betrieb genommen. Die neue Tankstelle wird künftig die Fahrzeuge der beteiligten Unternehmen der Abfall- und Wertstoffsammlung mit grünem Antrieb versorgen. Das Besondere dabei: Die Fahrzeuge sammeln und transportieren ihren eigenen Treibstoff: Bioabfälle. So schließt sich ein lokaler Kreislauf. Die Abfälle kommen in die von der AVG betriebene Kompostierungsanlage. Ein Teilstrom gelangt in die benachbarte Vergärungsanlage, in der innerhalb von zwei Wochen unter Luftabschluss Biomethan entsteht, das in das Gasnetz eingespeist und zum Betanken der Entsorgungsfahrzeuge genutzt wird. Die Gärreste gehen zurück in die Kompostierungsanlage. Daraus wird wertvoller Kompost vornehmlich für die Landwirtschaft.

Weniger CO2, weniger Feinstaub

Die CO2-Einsparung durch den Betrieb der Tankstelle beträgt nach Rheinenergie-Angaben jährlich rund 2100 Tonnen. Der Ausstoß an Feinstaub wird demnach um fast 95 Prozent gesenkt. Gleichzeitig soll auch die Geräuschbelastung durch die Fahrzeuge im laufenden Betrieb im Vergleich zu Fahrzeugen mit konventionellem Antrieb um beachtliche fünf Dezibel (A) zurückgehen.

Die Rheinenergie ist Eigentümerin der Biogastankstelle; deren Betriebsführung übernimmt die GVG Rhein-Erft. AWB und Remondis sind die Flottenbetreiber der Entsorgungsfahrzeuge und holen die Bioabfälle ab. Die AVG wiederum betreibt die Kompostierungs- und Vergärungsanlage, aus der die Fahrzeugantriebsenergie entsteht.

Kurze Wege schonen das Klima

Ein weiterer Vorteil aus Sicht der Projektpartner: Die Wege für den Rohstofftransport verkürzen sich erheblich, was noch einmal zur positiven Klimabilanz beiträgt. Die Lage der Tankstelle an einem zentralen logistischen Punkt der beiden Entsorgungsunternehmen soll dabei helfen, überflüssige Fahrstrecken zu vermeiden. (amo)