Die Bundesnetzagentur bewertet einen der fünf Indikatoren für die Gasversorgungslage infolge einer neuen Kältewelle in Deutschland wieder mit "kritisch". Die prognostizierte Temperatur für diese Woche liege mit minus 0,1 Grad Celsius "im kritischen Bereich", teilte die Aufsichtsbehörde zum Wochenauftakt mit. "Es ist daher mit einem Mehrverbrauch zu rechnen."
Bei drei der anderen Indikatoren (Speicherfüllstände, Situation in den Nachbarländern und Beschaffung Regelenergie) deutete die Nadel weiterhin ins Feld "stabil". Der Indikator "Gasverbrauch temperaturbereinigt" wurde als "angespannt" eingestuft. Diese Bewertung könnte sich am Donnerstag ändern, wenn neue Wochendaten zum Gasverbrauch veröffentlicht werden.
Gaspreise stabil
Insgesamt sei die Gasversorgung in Deutschland nach wie vor stabil, teilte die Bundesnetzagentur am Montagmittag auf ihrer Website mit. "Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet. [...] Eine Gasmangellage in diesem Winter wird zunehmend unwahrscheinlich." Eine Verschlechterung der Situation könne aber weiterhin nicht ausgeschlossen werden.
Die Gaspreise zeigten sich zum Wochenauftakt dagegen stabil. Das Frontmonatsprodukt TTF kostete mit 67 Euro pro MWh in etwa so viel wie am Freitag. Deutlich höher notierten erst die Monats- und Quartalsprodukte für den kommenden Winter. So wurden für den Januar 2023 78 Euro pro MWh fällig.
13 Tage am Stück ausgespeichert
Zuletzt wurde 13 Tage am Stück mehr Gas aus den heimischen Speichern entnommen als eingelagert. Am Freitag ging der Füllstand um 0,8 Prozentpunkte nach unten. Stand Samstag lag der aggregierte Füllstand aller Speicher nach Angaben der Transparenzplattform AGSI bei 86,5 Prozent.
Dass die Gaspreise im Januar nur gering schwankten, sei nicht unüblich, hatte ZfK-Gaskolumnist Joachim Endress in der vergangenen Woche eingeordnet. "Am Spotmarkt sehen wir bisher im Januar, die für diesen Monat übliche Volatilität", schrieb er.
"Februar hat statistisch andere Qualitäten"
"Der Monat Februar hat statistisch hingegen andere Qualitäten, die Wahrscheinlichkeit für Preisspitzen war hier in den vergangenen zehn Jahren deutlich ausgeprägter. Eine Schwankungsbreite von bis zu 50 Prozent um den Monatsdurchschnittspreis war zwar nicht die Regel, aber auch keine Seltenheit."
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