Der Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland kommt voran.

Der Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur in Deutschland kommt voran.

Bild: © Andreas Arnold/dpa

Das Forschungszentrum Jülich wird im Rheinischen Revier ein Helmholtz-Cluster für nachhaltige und infrastrukturkompatible Wasserstoffwirtschaft, kurz HC-H2, aufbauen. Das Leuchtturmprojekt für forschungsgetriebene neue Wertschöpfung wird im Rahmen des Investitionsgesetzes Kohleregionen über einen Zeitraum von etwa 17 Jahren mit rund 860 Millionen Euro durch das Bundesforschungsministerium gefördert. Auch das Land Nordrhein-Westfalen beteiligt sich mit Landesmitteln am Aufbau des HC-H2.

Das HC-H2 soll einen starken Impuls für die Entwicklung des Rheinischen Reviers und darüber hinaus des gesamten des Industriestandorts Nordrhein-Westfalen zu einer Wasserstoff-Modellregion mit europäischer Strahlkraft geben, heißt es in einer Mitteilung. Zu diesem Zweck wird das HC-H2 innovative Technologien für die Produktion, Logistik und Nutzung von grünem Wasserstoff erforschen, entwickeln und großskalig demonstrieren.

Standort stärken

Dabei geht es auch darum, neue Wertschöpfung in der Region zu ermöglichen. Das Rheinische Revier soll als Standort für innovative Energie-Unternehmen, Industrieansiedlungen und Gründer gestärkt werden.

Im Zentrum der Forschung sollen Technologien stehen, die auf bereits existierende oder schnell und günstig installierbare Infrastrukturen für die Lagerung und den Transport von Wasserstoff zurückgreifen. Dies soll die rasche Umsetzung im großen Maßstab ermöglichen. Ein Beispiel ist das vorhandene Erdgasnetz, das sich auch zum Transport von Wasserstoff nutzen lässt.

LOHC-Technologie optimieren

Daneben konzentriert sich das HC-H2 auf flüssige oder leicht verflüssigbare Wasserstoffträger, die sich ähnlich wie konventionelle, fossile Brennstoffe handhaben lassen. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Optimierung und Skalierung der LOHC-Technologie sein. Dabei wird Wasserstoff an organische Trägerflüssigkeiten gebunden. Diese lassen sich etwa mit Tankschiffen oder Tanklastern transportieren und in Tanklagern speichern. Die bestehende Infrastruktur für flüssige Kraftstoffe kann so weiter genutzt werden.

Als Kern des HC-H2 wird ein H2-Innovationszentrum etabliert. Im Forschungszentrum selbst wird das neue Institut für Nachhaltige Wasserstoffwirtschaft (INW) gegründet. Im gesamten Rheinischen Revier werden Demonstrationsprojekte und -anlagen in relevanter Größenskala geplant und aufgebaut. Ziel ist es, die Wasserstoffaktivitäten der Region miteinander zu verbinden und relevante Partner aus Forschung, Industrie, Verbänden und Kommunen einzubeziehen.

Strukturwandel vorantreiben

Der Aufbau des Helmholtz-Clusters wurde im letzten Jahr im Rahmen der Bund-Länder-Einigung zum Kohleausstieg beschlossen. Das HC-H2 soll als großangelegtes Forschungs- und Innovationscluster den Strukturwandel im Rheinischen Braunkohlerevier vorantreiben und so dazu beitragen, dass der Ausstieg aus der Kohleverstromung und der Aufbau eines neuen Energiesystems klimaschonend, wirtschaftlich, versorgungssicher und sozialverträglich gelingen kann. (amo)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper