Aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) setzt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bei der Gasnetzplanung völlig falsche Akzente. Wer das Klima schützen wolle, müsse einen klar definierten Fahrplan für erneuerbares Gas vorlegen und politische Richtungsentscheidungen für dessen Verwendung treffen, sagt Nadine Bethge, Stellvertretende Bereichsleiterin Energie und Klimaschutz der DUH.
Durch diesen Verzicht auf klare Ansagen öffne die Bundesregierung "Tür und Tor für fossile Gasprojekte", die mit den Klimazielen nicht vereinbar seien. "Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier muss schnellstmöglich konkrete Ziele für den Anteil von erneuerbarem Gas an der Gaserzeugung über mehrere Jahre bis 2050 festsetzen", fordert die DUH.
Ausbau an Klimaziele koppeln
In einem zweiten Schritt könne dann über den Ausbau der Gasnetzinfrastruktur entschieden werden. Hierbei müsse klar sein, dass nur Gasinfrastruktur gebaut werden dürfe, die mit den Klimazielen vereinbar ist.
Auch mit Blick auf die Verwendung von Wasserstoff formuliert die DUH klare Erwartungen. Dieser sollte in Bereichen eingesetzt werden, in denen es keine andere Möglichkeit zur Dekarbonisierung gibt. "Für Pkw und den Gebäudesektor wäre Wasserstoff eine Verschwendung. Eine Beimischung zu normalem Erdgas in einer gemeinsamen Leitung ist deshalb nicht sinnvoll."
Entscheidungshoheit muss bei der Politik liegen
Einer integrierten Gas- und Stromnetzplanung steht die DUH grundsätzlich offen gegenüber. Diese sei dann sinnvoll, wenn "grundsätzliche Alternativen zu diskutieren sind, z.B. ob ein Elektrolyseur direkt an der Küste erneuerbares Gas erzeugen soll oder der Strom weitergeleitet und an einem anderen Standort in Gas umgewandelt wird", sagt Bethge. Diese Entscheidungen müssten aber in jedem Fall von der Politik und nicht etwa von den Netzbetreibern gefällt werden. (amo)
