Zwei Fachkräfte der SWO Netz, einer Tochter der Stadtwerke Osnabrück, in einer Gasdruck-Regel-und-Messstation (GDRM) im Zusammenhang mit der Marktraumumstellung von H-Gas auf L-Gas

Zwei Fachkräfte der SWO Netz, einer Tochter der Stadtwerke Osnabrück, in einer Gasdruck-Regel-und-Messstation (GDRM) im Zusammenhang mit der Marktraumumstellung von H-Gas auf L-Gas

Bild: © Oliver Pracht/SWO Netz GmbH

DIe niedersächsische 160.000-Einwohner-Stadt Osnabrück ist die erste deutsche Großstadt, die im Rahmen der großen, endgültigen Marktraumumstellung L-Gas mit niedrigeren Brennwerten und Wobbe-Indizes mit energiereicherem H-Gas ersetzt hat.

Seit Dienstag zum Beginn des Gastages, also 6 Uhr, übernimmt die SWO Netz, eine Tochter der Stadtwerke Osnabrück, für die 50.000 Gasanschlüsse in der Stadt vom vorgelagerten Ferngasnetzbetreiber Open Grid Europe (OGE) auch an der südlichen Übernahmestation nur noch H-Gas. Im April war der nördliche Übergabepunkt auf H-Gas umgestellt worden. Dies geht aus einer Pressemitteilung der SWO Netz hervor.

85 Prozent der Geräte angepasst

Demnach nähert sich das gut dreijährige Mammutprojekt der SWO Netz der Zielgeraden. 85 Prozent der 55.000 Gasverbrauchsgeräte, vor allem Heizungen, sind bereits technisch angepasst. Dabei müssen erfahrungsgemäß vornehmlich Düsen getauscht werden. Um zu entscheiden, bei welchen Geräten dies vor der Umstellung der Gasbeschaffenheit auf H-Gas geschehen musste und bei welchen dies unmittelbar nachher erfolgen muss – etwa weil sie ständig in Alarmstellung gehen – und bei welchen sich die Monteure mehr Zeit lassen können, wurden alle Apparate seit 2016 erfasst. Die Geräte bei den übrig bleibenden 15 Prozent sollen bis Anfang nächsten Jahres angepasst werden.

Der Schalttermin basiert auf einem detaillierten Umstellungsfahrplan, den OGE als vorgelagerter Netzbetreiber mit den verschiedenen Verteilnetzbetreibern in dessen bisherigem L-Gas-Gebiet im Nordwesten Deutschlands vereinbart hatte.

So vielen muss der Gashahn abgedreht werden

Bereits seit Anfang April – dem ersten großen Schalttermin direkt nach der vergangenen Heizperiode – strömt sukzessive H-Gas über den nördlichen Versorgungsstrang in das Osnabrücker Gasverteilnetz. Nun werden auch die restlichen Schaltbezirke Osnabrück über den südlichen Versorgungsstrang mit H-Gas beliefert.

„Damit liegen wir sehr gut im eng getakteten Zeitplan – auch dank der guten Unterstützung der Osnabrücker Bürger“, sagt Projektleiter Christian Lüttkemöller bei der SWO Netz. „Leider gibt es aber auch vereinzelt  Fälle – knapp 30 –, bei denen wir trotz aller Bemühungen seit fast drei Jahren die notwendigen Maßnahmen im Rahmen der Erdgasumstellung nicht durchführen konnten“, so Lüttkemöller weiter. „In solchen Fällen ist eine Einstellung der Gasversorgung aus sicherheitstechnischen Gründen leider unumgänglich.“

Vorsorge gegen Trickbetrüger

Die SWO Netz warnt weiterhin vor Trickbetrügern. „Unsere Monteure können sich jederzeit ausweisen. Zudem steht auf dem Terminanschreiben wieder ein individueller Zahlencode, den der Monteur auf Nachfrage nennen kann“, erläutert Lüttkemöller. Ohne vorherige Terminankündigung werde kein Monteur an der Tür klingeln. Wer sich trotzdem nicht sicher sei, könne die „Hi, Gas!“-Hotline bei der SWO Netz oder bei der Polizei anrufen. Für Fragen steht zudem ein „Hi, Gas!“-Büro im Servicezentrum zur Verfügung. Es gibt auch eine eigene Mail-Adresse für Fragen.

Mustergültige Infos der Osnabrücker zur Erdgasumstellung finden sich auch im „Hi, Gas!“-Infoportal www.swo-netz.de/gasumstellung (externer Link). Wissenswertes und Details zur Struktur des Osnabrücker Gasnetzes gibt es im Stadtwerke-Blog unter www.swo.de/gasnetz-blog (externer Link).

L-Gas versiegt so langsam

Die Erdgasumstellung ist notwendig, da die L-Gas-Vorkommen in den Niederlanden und in Nordwestdeutschland zur Neige gehen. Ab 2030 soll der Export von L-Gas nach Deutschland komplett eingestellt werden. Deshalb muss der gesamte Nordwesten Deutschlands von L-Gas (steht für „low-calorific“ und hat einen niedrigeren Energiegehalt) auf das zukunftssichere H-Gas (steht für „high-calorific“ = energiereicher) umgestellt werden. Gas aus Norwegen und Russland ist H-Gas. (geo)

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