Der Energiekonzern Eon will im Ruhrgebiet ein Verteilnetz für Wasserstoff und den Wasserstoff-Speicherstoff Ammoniak aufbauen. Ab 2032 soll es insgesamt bis zu 80.000 Tonnen der beiden CO2-frei hergestellten Stoffe zu kommunalen, mittelständischen und Industrieunternehmen bringen können, wie Eon am Montag in Essen mitteilte.
Im Ruhrgebiet werde die Nachfrage nach Wasserstoff steigen, hieß es. Der Konzern erwartet einen Zuwachs von derzeit jährlich 17 auf bis zu 150 Terawattstunden (150 Mrd. kWh) im Jahr 2050. Immer mehr Unternehmen wünschten sich kurzfristig Bezugsmöglichkeiten für grünen Wasserstoff, um ihre Prozesse klimafreundlich zu gestalten.
Zusammenarbeit mit Enel und Oberdrola
Bei dem Projekt unter dem Titel "H2.Ruhr" will Eon mit den Energiekonzernen Enel aus Italien und Iberdrola aus Spanien zusammenarbeiten. So soll die für die Herstellung der Stoffe notwendige Energie "maßgeblich" aus neu gebauten Photovoltaik- und Windkraftanlagen in Italien und Spanien kommen.
Das grüne Ammoniak soll in Spanien hergestellt und per Schiff nach Deutschland transportiert werden. Eon will prüfen, inwieweit aus dem Ammoniak im Ruhrgebiet wieder Wasserstoff gewonnen und genutzt werden kann. Aus Italien soll grüner Strom exportiert werden.
20-MW-Elektrolyseur
Er soll in Deutschland zur Wasserstofferzeugung mit Hilfe eines sogenannten Elektrolyseurs genutzt werden. Dafür ist bis zum Jahr 2025 der Bau eines lokalen Elektrolyseurs mit einer Startkapazität von 20 MW geplant, die konstant ausgebaut werden soll.
Je nach Bedarf soll das grüne Ammoniak unmittelbar an Kunden geliefert oder für eine spätere Nutzung zwischengespeichert werden. Gleichzeitig untersuche der Energiekonzern im Rahmen des Projekts, inwieweit Ammoniak im Ruhrgebiet effizient wieder in Wasserstoff rückgewandelt und genutzt werden kann.
Regionales Netz zwischen Duisburg und Dortmund
In einem ersten Schritt will Eon jetzt den Bedarf in der Region ermitteln und dazu potenzielle Kunden ansprechen. Bis 2032 soll so sukzessive ein neues regionales Wasserstoff-Pipelinenetz zwischen Duisburg und Dortmund entstehen.
Das "H2.Ruhr"-Projekt steht unter dem Vorbehalt der Verfügbarkeit von Fördermitteln und einer Prüfung der europäischen Kartellbehörde, hieß es. (dpa/jk)



