Der Energieversorger EWE baut im brandenburgischen Rüdersdorf bei Berlin in rund 1000 Metern Tiefe einen Kavernenspeicher im Salzgestein. Dort soll erstmalig 100 Prozent Wasserstoff eingespeichert werden. Baubeginn ist Anfang kommenden Jahres. Das gab EWE-Chef Stefan Dohler auf einer Online-Pressekonferenz bekannt – zusammen mit dem „EWE-Wasserstoffbotschafter“ und Diplom-Ingenieur Paul Schneider.
Voraussichtlich 18 Monate soll der Bau der 500 Kubikmeter großen Testkaverne dauern. In der zweiten Jahreshälfte 2022 sollen Erkenntnisse darüber vorliegen, welchen Reinheitsgrad der Wasserstoff nach dem Ausspeichern aus der Kaverne hat. „Dieses Kriterium ist besonders wichtig für die Wasserstoffanwendung im Mobilitätssektor“, führte Dohler aus. Bei dem Projekt kooperiert EWE mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
10 Mio. Euro Gesamtkosten
Das Investitionsvolumen des Projektes mit dem Namen HyCAVmobil beläuft sich auf rund zehn Millionen Euro – vier Millionen davon sind EWE-eigene Mittel. Der Rest stammt aus einem Förderprogramm des Bundesverkehrsministeriums.
Wasserstoffspeichern komme im Zuge der Energiewende eine besondere Bedeutung zu, da sie unerlässlich seien, um Wasserstoff als Energieträger bedarfsgerecht zur Verfügung stellen zu können, erläuterte der EWE-Chef.
Blaupause für größere Speicher
Paul Schneider zeigte auf, dass die Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt ohne Probleme auf sehr viel größere Speicher übertragbar seien. „Ziel ist es, in Zukunft Kavernen mit Volumina von 500.000 Kubikmetern – in denen der Eiffelturm Platz fände – zur Wasserstoffspeicherung zu nutzen“, so der EWE-Ingenieur. Zum Vergleich: Die Testkaverne hat nach Schneiders Angaben lediglich das Volumen eines Einfamilienhauses.
In Rüdersdorf speichert EWE bereits seit dem Jahr 2007 Erdgas. Auch in Nordwestdeutschland verfügt EWE über Salzkavernen, die sich perspektivisch zur Speicherung von Wasserstoff eignen könnten. (amo)
