Noch bis zum 12. Juli laufen die Konsultationen zum NEP Gas.

Noch bis zum 12. Juli laufen die Konsultationen zum NEP Gas.

Bild: © hcn/ZfK

"Ohne die Verwendung grüner Gase im zukünftigen Energiesystem ist eine Dekarbonisierung der Sektoren Industrie, Verkehr und Gebäude nicht effizient möglich. Daher ist die frühzeitige Berücksichtigung der Entwicklung im Szenariorahmen zum Netzentwicklungsplan Gas unbedingt erforderlich", unterstrich der Vorstandsvorsitzende der Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas (FNB Gas) Ralph Bahke am Dienstag in Berlin.

Ausgangsbasis für die Modellierung des NEP Gas bis 2030 ist auch eine von der FNB jüngst durchgeführte Marktpartnerabfrage für Grüngas-Projekte sowie eine Studie zur Regionalisierung von PTG-Leistungen der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE), um potenziell geeignete Standorte für PtG-Anlagen in Deutschland zu evaluieren.

Abgleich von attraktiven PtG-Standorten mit Lastzentren

In der Studie wurden zum einen Einschätzungen über attraktive Erzeugungsstandorte für synthetische Gase in Deutschland ermittelt und zum anderen der regionale Bedarf in Industrie und Verkehr nach synthetischen Gasen in Form von Wasserstoff. So weist vor allem der Norden Deutschlands mit seinen hohen regionalen Überschüssen elektrischer Einspeiseleistung laut FfE-Studienautor Timo Kern eine gute Standorteignung für die Erzeugung von Wasserstoff und Methan auf. "Hierdurch ergibt sich ein hohes Potenzial zur zukünftigen Netzentlastung und die potenzielle Ausnutzung von attraktiven Preissignalen für einen wirtschaftlichen Betrieb", so Kern.

Für die Methanerzeugung sind auch Biogasanlagen mit Anschluss ans Gasnetz (vor allem im Nordosten Deutschlands) sowie Biogasanlagen mit Einspeisung ins Stromnetz (vor allem Nordwesten und Süden) wichtige Standortfaktoren. Wichtige Lastzentren für den Verbrauch von Wasserstoff sind laut der Studie vor allem das Ruhrgebiet, mittel- und langfristig weitere große Industriestandorte sowie im Verkehr Ballungsgebiete und große Autobahntrassen.

Bisher 22 geplante Grüngas-Projekte gemeldet

Diese Standortfaktoren fließen ebenso wie Hochrechnungen der Dena-Leitstudie Integrierte Energiewende, der NEP Strom 2030, Annahmen über installierte Elektrolysekapazitäten in Deutschland (1,5 GW bis 2025, 7,5 GW bis 2030) sowie die von den Marktpartnern der FNB gemeldeten Grüngas-Projekte in den Szenariorahmen des NEP ein. 22 geplante Grüngas-Projekte (Wasserstoff, synthetisches Methan, Biomethan) wurden der FNB bis zum 15. Mai zur Berücksichtigung im NEP Gas 2020-2030 gemeldet.

Die zum 1. Oktober 2021 geplante Marktgebietszusammenlegung spielt ebenfalls eine zentrale Rolle im Szenariorahmen. Damit beschreibe man "den aktuellen Entwicklungsstand des neuen Kapazitätsmodells für das deutschlandweite Marktgebiet", so Bahke. Ziel sei es, mehr Liquidität für den deutschen Markt zu schaffen, indem das Kapazitätsniveau des aktuellen Netzentwicklungsplans Gas 2018-2028 aufrechterhalten werde. Hinsichtlich des zukünftigen Gasbedarfs sei nun der Szenariorahmen konsistent weiterentwickelt worden und berücksichtige daher aktuelle Klimaschutzszenarien sowie die jüngsten Überlegungen zum Kohleausstieg.

Konsultation des NEP Gas läuft noch bis 12. Juli

Die Konsultation des Szenariorahmens zum NEP Gas läuft noch bis zum 12. Juli 2019. Ein begleitender Workshop wird am 1. Juli in Berlin stattfinden. Bis zum Ende des Konsultationszeitraums können die Marktteilnehmer auch noch Meldungen für Grüngas-Projekte und Anträge gemäß § 38/39 GasNZV einbringen, so der FNB. (hcn)

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