Die niedrigen Gas- und Ölpreise setzen auch den Stadtwerken München (SWM) zu. Bei den Gaspreisen habe es "Tiefstände gegeben, die wir lange nicht gesehen haben", sagte der für das Gas- und Ölfördergeschäft zuständige SWM-Manager Thomas Meerpohl in einem am Montag erschienenen Artikel der "Süddeutschen Zeitung". Dass er trotz der aktuellen Preisverwerfungen zuversichtlich nach vorne schaut, hängt vor allem mit der vor einigen Jahren vollzogenen Neuordnung des Öl- und Gasfördergeschäfts der SWM zusammen. Diese bewähre sich gerade jetzt in den aktuell stürmerischen Zeiten heißt es.
"Spirit Energy ist solide gebaut"
Der Komunalversorger hatte 2017 sein Öl- und Gasfördergeschäft inklusive der Bohrrechte in die neue Spirit Energy eingebracht. An dem Gemeinschaftsunternehmen halten die SWM 31 Prozent, der Rest liegt bei dem britischen Konzern Centrica. "Wir sind in einem Sturm, unser Haus ist aber so solide gebaut, dass es nicht einstürzt. Das war die strategisch richtige Entscheidung", so Meerpohl. Das eigene Geschäft in der früheren Bayerngas Norge sei dagegen wie eine Holzhütte gewesen, die niemand gerne im gerade tobenden Sturm gesehen hätte.
Hejre-Verkauf sorgt für Abschreibung
Seit Gründung der Spirit Energy sind den SWM von der Spirit Energy rund 100 Mio. Euro an Dividende zugeflossen, davor mussten sie dreistellige Millionenbeträge in das Geschäft der Bayerngas Norge zuschießen. Im vergangenen Jahr allerdings ging der Betriebsgewinn der Spirit Energy deutlich zurück, Ausschüttungen gab es keine. Gleichzeitig trennte sich Spirit Energy vom Feld Hejre in Dänemark und musste einen niedrigen dreistelligen Betrag abschreiben. Dies hinterließ auch in der SWM-Bilanz für 2019 Spuren, hier ging es um Abschreibungen im zweistelligen Millionenbereich.
Verschiedene Verkaufsoptionen
Offene Fragen ranken sich auch um die Zukunft von Spirit-Energy-Mehrheitseigner Centrica. Die Briten hatten bereits im Sommer 2019 Verkaufspläne kundgetan. Wie es nun weitergeht, ist laut Meerpohl noch offen. Denkbar sei sowohl, dass Centrica seinen Gesamtanteil verkaufe oder aber nur einen Teil. Diese Option und damit verbunden der Einstieg eines dritten Partners würden die SWM präferieren, eine Aufstockung der eigenen Anteile über die aktuell 31 Prozent hinaus sei aber kein Thema, so der SWM-Manager. (hoe)



