Backbone der Energiewende: Die Gasinfrastruktur ist ein wichtiger Pfeiler. Im Bild ein Manometer einer Ferngasleitung.

Backbone der Energiewende: Die Gasinfrastruktur ist ein wichtiger Pfeiler. Im Bild ein Manometer einer Ferngasleitung.

Bild: © Ontras

Dass die Gasinfrastruktur ein wichtiger "Backbone der Energiewende" ist, darüber bestand bei einem gleichnamigen Forum Einigkeit. Mittlerweile sei dies auch in Berlin und in Brüssel angekommen, gab sich Eva Hennig, Leiterin Energiepolitik bei der Thüga, optimistisch.

"Die EU hat erkannt, dass man mit den drei Infrastrukturen der Strom-, Fernwärme- und Gasnetze die Energiewende schneller, günstiger und mit mehr Versorgungssicherheit erreichen kann", sagte sie mit Bezug auf das Clean Energy Package. Und klar sei, dass erneuerbar gewonnenes Gas, egal ob Wasserstoff, Methan oder flüssiges Gas eine wichtige Rolle bei der von der EU anvisierten, vollständigen dekarbonisierten Wirtschaft bis 2050 spiele.

In einem ersten Schritt Zehn-prozentige H2-Beimischung ermöglichen

Umso wichtiger sei jetzt schon für die Gasnetzbetreiber, sich darauf einzustellen und die Gasinfrastruktur bei anstehenden Ersatzinvestitionen jetzt schon stufenweise wasserstofftauglicher zu machen, unterstrich Ralph Bahke, Geschäftsführer der von Ontras Gastransport. Gert Müller-Syring von DBI Gas- und Umwelttechnik schlug hierbei ein stufenweises Vorgehen vor. In einem ersten Schritt könne eine Zehn-prozentige Wasserstoffbeimischung in die Gasnetze ermöglicht werden, die später schrittweise erhöht werden könne. Derzeit sei man dabei eine Übersicht zu erstellen, welche Produkte und Materialien hierfür schon am Markt verfügbar seien.

Wichtig sei jedoch, das entsprechende zukunftstaugliche Investitionen in die Gasinfrastruktur von der Bundesnetzagentur anerkannt würden, forderte Müller-Syring. Laut der Rückmeldung von Gasnetzbetreibern hapere es hier noch. "Wir unterstützen es, wenn jemand bei der Neuinvestition drei Schritte voraus geht und die Gasnetze jetzt schon zukunftssicher macht", sagte dagegen der anwesende BNetzA-Vertreter Helmut Fuß. Luxusinvestitionen würden allerdings nicht anerkannt.

45 Mrd. Euro Investitionen für eine umfassende Umrüstung bis 2050

Für eine umfassende Umrüstung der Gasinfrastruktur für die Nutzung erneuerbarer Gase, die sich an dem 95 prozentigen CO2-Reduktionsziel des Pariser Klimaschutzabkommens bis 2050 orientiert, seien Mehrinvestitionen von insgesamt 45 Milliarden Euro nötig, errechnete DBI Gas- und Umwelttechnik. Nicht enthalten sind jedoch die nötigen Investitionen in die Erzeugung.

Bis in einigen Wochen sollen auch erste Ergebnisse des Projekts "Commit to Connect 2050" vorliegen, kündigte Ontras-Geschäftsführer Bahke an. Darin wird unter Einbeziehung der Netz- und Speicherbetreiber, Versorger und Erzeuger aufgezeigt, wie für Ostdeutschland eine Versorgung mit grünem Gas bis zum Jahr 2050 erreicht werden kann. (hcn)

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