Diskutierten über digitale Möglichkeiten für die deutsche Gasbranche: Michael Rimmler (GVS, oben links), Heiko Lohmann (Moderator, oben Mitte) sowie (von unten links) Thomas Gebetsroither (Capgemini Invent), Robert Duranec (Montana) und Olaf Schulze (Metro).

Diskutierten über digitale Möglichkeiten für die deutsche Gasbranche: Michael Rimmler (GVS, oben links), Heiko Lohmann (Moderator, oben Mitte) sowie (von unten links) Thomas Gebetsroither (Capgemini Invent), Robert Duranec (Montana) und Olaf Schulze (Metro).

Screenshot: © Andreas Baumer

Wie steht es um die Digitalisierung des deutschen Gasmarkts? Wenn es nach einem Digitalexperten einer österreichischen Schuhhandelskette geht, dann gar nicht gut.

Ihm falle auf, dass es ganz wenig um den Endkunden gehe, kommentierte er. "Für mich scheint es so, als fließe ganz, ganz viel in den B2B-Bereich. Als Endkunde hat man [dagegen] das Gefühl, der Energiesektor ist noch im digitalen Mittelalter."

Gasmarkt: Wettbewerb hat zugenommen

Es war die wohl harscheste Kritik, die die Gasbranche auf der jüngsten Podiumsdiskussion der GVS-Digitalveranstaltung Connect21 zu hören bekam. Es war aber nicht die einzige.

Fest steht: Die Zeiten, in denen Anbieter ihr Gas zu langfristigen Konditionen und guten Margen verkauften und weiter nichts tun mussten, sind vorbei. Der Wettbewerb hat zugenommen. Die Kunden sind anspruchsvoller geworden.

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Option White-Label-Lösung

Sie forderten mehr Flexibilität und Transparenz sowie Dienstleistungen etwa bei Herkunftsnachweisen oder Dekarbonisierung, erklärte Thomas Gebetsroither vom IT-Beratungsunternehmen Capgemini Invent. "Da haben viele Marktteilnehmer noch Verbesserungsbedarf."

Gebetsroither sieht einige neue Möglichkeiten, Gaskunden auch in der digitalen Welt binden zu können. "White-Label-Lösungen sind sicherlich als Gedankenspiel schon auf den Agenden vieler Unternehmen", sagte er. "Und wenn die Online-Handelsplattformen von heute weiter zusammenschmelzen, entstehen da ebenfalls attraktive Märkte."

GVS hat bereits digitale Plattform

Olaf Schulze ist einer jener Kunden, die im großen Stil Gas benötigen. Er arbeitet als Energiemanager für die Immobilientochter der Großmarktkette Metro. Zwar seien eine Vertrauensbasis und Stabilität zwischen Verkäufer und Abnehmer wichtig, sagte er. Allerdings glaube er ebenso, dass sich die Geschäfte immer mehr auf digitale Plattformen verlagerten.

Online-Angebote sind für Michael Rimmler, Geschäftsführer der GVS, kein Neuland. Seit mehreren Jahren verkauft sein Unternehmen auf der digitalen Plattform E-Point Strom und Gas. Zudem gründete es zusammen mit dem Software-Spezialisten Exxeta den Online-Marktplatz Tender365. Ende vergangenen Jahres stieg die GVS allerdings als Gesellschafter aus Tender365 aus. (Die ZfK berichtete.)

"Für komplexe Produkte fehlen Volumina"

"Das Geschäft auf den Plattformen wird weitergehen, die Digitalisierung ein wichtiges Thema bleiben", sagte Rimmler, wendete aber sogleich ein: "Noch fehlen die Volumina, damit auch komplexe Produkte in unmittelbarer Zeit über Plattformen gehandelt werden." Diese würden aber beispielsweise von Stadtwerken ebenfalls nachgefragt.

Des Weiteren gehe es bei allen neuen Möglichkeiten auch darum, das Geschäft skalieren zu können, sprich genügend Kunden zu finden, schloss Rimmler. (ab)

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Täglich aktualisierte Energiedaten und -grafiken finden Sie hier im ZfK-Datenraum, der in Kooperation mit dem Berliner Datenspezialisten Energy Brainpool befüllt wird.

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