Der Bau der Gaspipeline Nordstream 2 ist bereits in vollen Gange.

Der Bau der Gaspipeline Nordstream 2 ist bereits in vollen Gange.

Bild: © Bernd Wüstneck/dpa

Im Konflikt mit Dänemark soll die Ostseepipeline Nord Stream 2 nun einen großen Bogen um eine Insel im Norden machen. Ein Antrag für die Route durch dänische Hoheitsgewässer südlich der Insel Bornholm sei zurückgezogen worden, teilte das in der Schweiz ansässige Unternehmen Nord Stream 2 mit. "Wir sehen uns zu diesem Schritt verpflichtet, da die dänische Regierung in den zwei Jahren seit der Antragstellung keinen Hinweis auf eine Entscheidungsfindung gegeben hat", erklärte Unternehmenschef Matthias Warnig.

Er betonte zugleich: "Sowohl Nord Stream 2 als auch unsere Investoren sind auf Rechtssicherheit und den Investorenschutz angewiesen." Dies sei umso wichtiger, "da der Bau in den Gewässern von vier weiteren Ländern bereits weit fortgeschritten ist".

Zwei weitere alternative Routen beantragt

Die Entwickler hinter der Pipeline haben nach eigenen Angaben zwei weitere alternative Routen beantragt. Beide lägen außerhalb der Hoheitsgewässer von Dänemark, hieß es. "Daher ist eine Empfehlung des Außenministers hier nicht erforderlich."

Die dänische Energieverwaltungsbehörde Energistyrelsen teilte mit, das Unternehmen Nord Stream 2 habe die Verwaltung auf einem Treffen über den Schritt informiert. Man nehme dies zur Kenntnis und behandle weiter die beiden anderen Anträge, die Routen nordwestlich beziehungsweise südöstlich von Bornholm vorsähen. Diese verlaufen aber nicht auf dänischem Territorium und können von Dänemark deshalb nur aus Umweltschutzgründen oder möglichen Einschränkungen für den Schiffsverkehr abgelehnt werden.

Gazprom-Chef: Arbeiten im Plan

Der Chef des russischen Staatskonzerns Gazprom, Alexej Miller, hatte zuvor der Agentur Tass zufolge betont, selbst wenn keine Genehmigung aus Dänemark vorliegen sollte, könnten die Arbeiten an der Leitung planmäßig Ende des Jahres abgeschlossen werden. Durch die Rohre parallel zur Pipeline Nord Stream 1 sollen jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter russisches Gas nach Deutschland kommen. (dpa/hil)

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