Der Gaspreis für den Liefermonat April ist am Montag zeitweise auf unter 40 Euro pro MWh gefallen. Um 8.23 Uhr vormittags kostete das Produkt auf dem niederländischen Handelsplatz TTF nur noch 39,80 Euro pro MWh, wie aus Betreiberdaten hervorgeht. Zuletzt war Gas Anfang Januar 2022 so günstig gewesen.
Im Laufe des Tages stieg der Wert leicht über die 40-Euro-Marke, schloss nach einem erneuten Knick aber schließlich bei 39 Euro pro MWh. Am Freitag hatte der Kurs noch bei fast 43 Euro pro MWh gelegen.
Nettoeinspeicherungen am Samstag
Preisdämpfend dürften die weiterhin milden Temperaturen wirken. Auch der Gasspeichermarkt sendet nach wie vor bearishe Signale. So wurde am Samstag zum ersten Mal seit Anfang Januar wieder netto in deutsche Anlagen eingelagert, ging der Füllstand um 0,15 Prozentpunkte nach oben. Laut Transparenzplattform AGSI waren die deutschen Gasspeicher am Sonntagmorgen zu 63,86 Prozent voll.
Weit höher sind die Füllstände jener Speicher, in die im vergangenen Sommer der deutsche Marktgebietsverantwortliche THE einspeicherte. Die bundesweit größte Anlage im niedersächsischen Rehden war laut AGSI zu 82 Prozent gefüllt und Wolfersberg in Bayern zu 77 Prozent. Der Katharina-Speicher im sächsisch-anhaltinischen Peissen meldete sogar einen Füllstand von 85 Prozent.
Speicherfüllstand in Frankreich bei 29 Prozent
Ganz anders sieht die Lage im benachbarten Frankreich aus, wo flächendeckende Streiks gegen die von der Nationalregierung geplante Rentenreform seit Tagen französische Häfen lahmlegen und zum Teil Einspeisungen in heimische Speicher verhindern. Laut AGSI waren die französischen Speicher zuletzt nur noch zu 29 Prozent gefüllt.
Weiterhin dürfte es für Versorger wirtschaftlich attraktiv sein, Gasmengen für den kommenden Winter einzuspeichern. Zumindest wird Gas für diesen Zeitraum derzeit für deutlich höhere Preise gehandelt. Der TTF-Frontkontrakt für Januar 2024 notierte am Montagmittag bei 55,50 Euro pro MWh. Das Produkt Winter 2023 kostete 48,95 Euro pro MWh.
Goldman-Sachs-Preisprognose
Analysten gehen davon aus, dass die Gaspreise im Sommer wieder steigen dürften, weil anders als im Vorjahr kaum mehr russisches Pipelinegas für Zentraleuropa zur Verfügung steht und auch China wieder mehr Mengen einkaufen dürfte als im vergangenen Jahr.
So prognostiziert die US-Bank Goldman Sachs für das dritte Quartal 2023 ein Preisniveau von etwa 110 Euro pro MWh, wie ZfK-Gaskolumnist Joachim Endress schrieb. (Zur Kolumne geht's hier.)
Info: Täglich aktualisierte Energiemarktdaten und -grafiken finden Sie hier im ZfK-Datenraum, der in Kooperation mit dem Berliner Datenspezialisten Energy Brainpool befüllt wird.



