Deutschland erlebt einen goldenen, warmen Herbst. Das schlägt sich weiterhin auf die Gasverbrauchsdaten nieder. Wie frische, von der Bundesnetzagentur veröffentlichte Zahlen zeigen, sparten vergangene Woche insbesondere Haushalts- und Gewerbekunden kräftig.
Demnach verbrauchten sie lediglich 549 GWh pro Tag. Das sind gut 41 Prozent weniger als der Tagesdurchschnitt in den gleichen Kalenderwochen der Jahre 2018 bis 2021.
Insgesamt knapp 31 Prozent unter Schnitt
Auch der Industrieverbrauch blieb merklich unter dem Niveau der Vorjahreszeiträume. Hier betrug das Minus 24 Prozent (1219 statt 1608 GWh pro Tag).
Insgesamt lag der Gasverbrauch in Deutschland in der vergangenen Woche knapp 31 Prozent unter dem entsprechenden Wochenmittel der Jahre 2018 bis 2021. Die Zahlen selbst stammen vom Gas-Marktgebietsverantwortlichen Trading Hub Europe (THE).
Gaspreise steigen wieder
Die großen Einsparungen hatten in den vergangenen Tagen zu einem regelrechten Einbruch des Gaspreises im Kurzfristmarkt geführt. Am Freitag notierte das Day-Ahead-Produkt TTF bei gerade noch 27 Euro pro MWh. Seitdem ist der Preis wieder in die 30er-Zone geklettert.
Milde Wetterprognosen auch im November hatten zudem die Preise für das Frontmonatsprodukt TTF kurzzeitig unter die 100-Euro-Schwelle gedrückt. Auch dort ging es inzwischen wieder leicht nach oben – auf knapp 109 Euro pro MWh am Donnerstagnachmittag. Das Produkt für den Liefermonat Februar 2023 ist noch immer am teuersten. Es wurde am Donnerstag zwischenzeitlich für 146 Euro pro MWh gehandelt.
Rehden knackt 90-Prozent-Marke
Proppevoll sind indessen Deutschlands Gasspeicher. Der aggreggierte Füllstand betrug zuletzt 98 Prozent. Stand Mittwochmorgen knackte auch Deutschlands größter Speicher Rehden in Niedersachsen die 90-Prozent-Marke, wie aus Daten des Betreibers Astora hervorgeht. (aba)


