Deutschland verbrauchte auch in der vergangenen Woche deutlich weniger Gas als im Durchschnitt der Vergleichszeiträume 2018 bis 2021. So ging der Gaskonsum bei Haushalten und Gewerbe um satte 54 Prozent zurück.
In der Kalenderwoche 43 wurden dort lediglich 473 GWh pro Tag verbraucht, wie die Bundesnetzagentur auf Basis von Daten des Marktgebietsverantwortlichen THE mitteilte. Das ist der niedrigste Wert der letzten sechs Wochen.
Oktober-Einsparung von einem Drittel
Auch die Industrie verbrauchte deutlich weniger als im Schnitt der Vorjahreszeiträume. Dort betrug das Minus 25 Prozent. In absoluten Zahlen war es aber der zweithöchste Wert der vergangenen vier Wochen. Günstige Gaspreise am Spotmarkt hatten zuletzt den Anreiz für Unternehmen erhöht, Gas zu kaufen und zu verbrauchen.
Über den gesamten Oktober lag der Gasverbrauch für die Industrie 27 Prozent unter dem Durchschnittswert der drei Vorjahreszeiträume. Bei Haushalten und Gewerbe waren es 42 Prozent weniger. Beide Sektoren zusammengenommen ging der Gasverbrauch um ein Drittel nach unten.
"Bitte weiter sparen"
Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller richtete auf Twitter den Blick nach vorne: "Bitte weiter sparen, auch im November", schrieb er.
Tags zuvor hatte die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen gemeldet, dass der gesamte Energieverbrauch in Deutschland in diesem Jahr nach ihrer Einschätzung voraussichtlich um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert sinken werde. Die Experten rechnen mit einem Gesamtverbrauch von 12.040 Petajoule.
Gegenläufige Faktoren
Grundlage der Schätzung sind demnach Daten zum Energieverbrauch der ersten neun Monate.
Verbrauchssteigernd werde sich das Wirtschaftswachstum sowie die Zunahme der Bevölkerung um etwa 900.000 Menschen auswirken, hieß es in einer Mitteilung. Die drastisch gestiegenen Energiepreise hätten dagegen sowohl zu kurzfristigen Einsparungen sowie zu mittel- bis langfristigen Investitionen in die Energieeffizienz geführt. Einen verbrauchssenkenden Effekt habe zudem das mildere Wetter. (aba/dpa)



