Die Bundesnetzagentur hat die bundesweiten Gasverbräuche der vergangenen Kalenderwoche 40, heruntergebrochen auf Industrie- sowie Gewerbe- und Haushaltskunden, vorgestellt. Und siehe da: Im Vergleich zur Vorwoche gingen die Werte wieder nach unten. Eine Rolle dürfte dabei gespielt haben, dass es zuletzt etwas wärmer war als im Durchschnitt der Vorjahreszeiträume.
Nach Angaben der Bundesnetzagentur wurden auf Haushalts- und Gewerbekundenseite 571 GWh pro Tag verbraucht. Das sind acht Prozent weniger als in der Vorwoche und fast 30 Prozent weniger als der Durchschnittswert für die Vorjahreszeiträume 2018 bis 2021. Die Daten stammen ursprünglich vom Marktgebietsverantwortlichen Trading Hub Europe (THE).
Industrie spart weiter viel Gas
Auch die Industrie blieb deutlich unter den Werten der Vorjahreszeiträume. Sie verbrauchte in der abgelaufenen Woche knapp 1050 GWh pro Tag. Das waren fast 30 Prozent weniger als der Durchschnittswert für 2018 bis 2021 und immerhin noch 17 Prozent weniger als in der Vorwoche.
Insgesamt berechnete THE einen Gasverbrauch in Deutschland von 1602 GWh pro Tag, was ebenfalls einem Minus von knapp 30 Prozent gegenüber den Vorjahreszeiträumen entsprach.
"Hannover ist nicht im Plan"
Anders als in der Vorwoche fand Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, sodann auch aufmunternde statt kritische Worte: "Das ist eine gute Nachricht, bitte weiter so!", twitterte er.
Mahnende Worte hatte tags zuvor Susanna Zapreva, Chefin des norddeutschen Regionalversorgers Enercity, gewählt. Sie hatte Zahlen aus Hannover mitgebracht. Ergebnis: "Wir in Hannover sind nicht im Plan."
Temperaturbereinigt sogar Mehrverbrauch
Demnach war der Gasverbrauch in der niedersächsischen Hauptstadt im September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,6 Prozent niedriger – und damit weit entfernt vom 20-Prozent-Einsparungsziel. "Problematisch" sei jedoch, dass der Verbrauch temperaturbereinigt sogar um 11,3 Prozent höher gewesen sei als im Vorjahreszeitraum, sagte Zapreva.
Seit Jahresbeginn sei der Gasverbrauch in Hannover sogar um 14,1 Prozent niedriger gewesen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auch hier sei temperaturbedingt sogar ein Mehrverbrauch von 3,5 Prozent berechnet worden, führte die Managerin aus.
Appell zu Energiesparen
Zapreva rief alle in der Region auf, noch mehr Energie zu sparen, "um gut durch den Winter zu kommen." Nur so könne eine Gasmangellage vermieden werden, in der Industriekunden abgeschaltet werden müssten. "Davon wären auch Privathaushalte betroffen, denn [diese Unternehmen] sind für die meisten von ihnen die Arbeitgeber." (aba)
