Die neue Gasdruckregel- und Messanlage: Ganz rechts ist die Odorierung zu sehen, auf der restlichen Wand die Technik zur Reduzierung des Gasdrucks.

Die neue Gasdruckregel- und Messanlage: Ganz rechts ist die Odorierung zu sehen, auf der restlichen Wand die Technik zur Reduzierung des Gasdrucks.

Bild: © Bayernwerk

Die Gasversorgung Wunsiedel GmbH geht bei der Gestaltung einiger ihrer Gebäude neue Wege: Kürzlich wurde das erste Bauwerk eingeweiht, dem man sein Innenleben von außen ansieht.

Wer sich schon immer gefragt hat, was sich etwa in einer Gasübergabestation versteckt, der sollte einmal in der Wunsiedler Espenstraße vorbeigehen. Dort hat der regionale Gasversorger zusammen mit der Bayernwerk Netz GmbH ein Pilotvorhaben umgesetzt. An zwei Wände des neuen Gebäudes sind farbenprächtige Graffiti der Firma Art-efx GmbH gesprüht worden. Nicht irgendwelche, sondern eben die technischen Bauteile, die sich hinter der Tür befinden.

Neue Übergabestation

„Wir machen damit die Energiewelt erlebbar“, freut Marco Krasser, Geschäftsführer der Gasversorgung Wunsiedel. Das Projekt soll auf weitere Sparten wie die Stromversorgung ausgeweitet werden soll. In Wunsiedel entsteht bereits seit Jahren eine nachhaltige Energiewirtschaft mit Erdgas als Übergangstechnologie. 

In der neu gebauten Übergabestation wird Erdgas vom vorgelagerten Netz der Ferngas-Netzgesellschaft das Ortsnetz der Gasversorgung Wunsiedel übernommen. Hierfür muss der Druck von etwa 50 bar auf 3,3 bar für Industriekunden und Haushaltskunden entspannt werden.

Investition wegen Mehrbedarf an Erdgas nötig

Die Investition in Höhe von etwa 1,2 Millionen Euro sei nötig gewesen, weil durch den Ausbau der Strom- und Pelletproduktion mehr Erdgas gebraucht werde, erläutert Krasser. Mit der Entkernung der bestehenden Bezugsstation und dem Neubau habe man sich ihm zufolge für die wirtschaftlich und technisch sinnvollste Lösung entschieden. Mit dem Bau wurde das Bayernwerk, das nun auch die Betriebsführung verantwortet, beauftragt. Die enge Kooperation von allen Beteiligten machte es möglich, den engen Zeitplan bis zur Inbetriebnahme im August 2018 einzuhalten.

Eine Herausforderung für das Bayernwerk lag in der zeitlichen Abstimmung  mit Open Grid Europe, dem Betreiber des vorgelagerten Fernleitungsnetzes. Hinzu kamen die Verhandlungen über das Grundstück für die neue Station. Bis kurz vor Baubeginn verlief zudem noch eine 20-Kilovolt-Freileitung quer über das Baufeld. Diese wurde für rund 650.000 Euro durch ein leistungsstärkeres Erdkabel ersetzt, so Markus Seidel, Netzbauleiter Kundencenter Naila.

Kapazität um Faktor 15 erhöht

Während in der Vorgänger-Station lediglich 650 Normkubikmeter pro Stunde aus dem Verteilnetz übernommen werden konnten, sind es nun rund 9750 Normkubikmeter. Die Kapazität wurde also um den Faktor 15 erhöht. Diese Zahlen seien zwar für Laien wenig aussagekräftig, so die Gasversorgung Wunsiedel, die Graffiti aber sollten jeden ansprechen, der an der Station vorbeiläuft – "und ihm ein wenig von dem vermitteln, was alles hinter einer modernen Gasversorgung steckt."

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper