In einer Studie zum europäischen Offshore-Windsektor hat Roland Berger erörtert, wie die Branche ihr wirtschaftliches Potenzial durch Wasserstoffumwandlung, den Einsatz schwimmender Windparks und Kostensenkung steigern kann. Das teilt das Beratungsunternehmen mit.
"Die Offshore-Windenergie nimmt bei der Bewältigung des Klimawandels eine immer stärkere Rolle ein", erklärt Torsten Henzelmann, Partner, Roland Berger. Durch die gleichzeitige Erzeugung von grünem Wasserstoff direkt an der Quelle erhalte die Windenergie eine noch größere Bedeutung.
Preiswerter grüner Wasserstoff
Demnach könnten grüner Wasserstoff und seine Derivate dazu beitragen, dass sehr energieintensive Industrien wie beispielsweise Stahl und Chemie deutlich weniger CO2 ausstoßen. Wasserstoff lasse sich problemlos in Pipelines, Salzkavernen und erschöpften Gasfeldern speichern, um das schwankende Angebot von Wind- und Sonnenenergie auszugleichen.
Bei höheren Mengen ist es sogar günstiger, Energie in molekularer Form durch eine Rohrleitung zu transportieren als Elektronen über ein Kabel, so die Untersuchung weiter
Offshore-Wind als Energiequelle
"Wenn wir die globalen Dekarbonisierungsziele nach 2030 erreichen wollen, brauchen wir grünen Wasserstoff in großen Mengen. Offshore-Windanlagen können diese Mengen liefern", so Ruf. Offshore-Windenergie sei die am besten geeignete erneuerbare Energiequelle in Nordwesteuropa, um großtechnische Stromproduktion direkt mit Wasserstofferzeugung im industriellen Maßstab zu koppeln.
Bei großen Mengen sei die Integration von Elektrolyseuren und Offshore-Windturbinen gegenüber der Wasserstofferzeugung an Land eine günstigere, schnellere und robustere Lösung. Zudem soll sie eine einfache Speicherung ermöglichen und hat weniger Auswirkungen auf die Umwelt, da beispielsweise bestehende Infrastrukturen und Pipelines genutzt werden können.
Schwimmende Technologie
Schwimmende Offshore-Windkraftanlagen sollen die Nutzung der Windenergie in tieferen Gewässern ermöglich. Noch sei die Technologie noch nicht ausgereift, bis 2027 sollen aber mehr als ein Dutzend schwimmende Offshore-Windprojekte mit bis zu 700 MW Leistung in Betrieb genommen werden.
Es sei denkbar, dass schwimmende Turbinen, grüner Wasserstoff und der Einsatz von FPSO-Schiffen (Floating Production Storage and Offloading Units) eine massive Offshore-Produktion von sehr kostengünstigem grünem Wasserstoff ermöglichen - egal wie weit entfernt die Anlage von der Küste sei, heißt es weiter.
Innovation als Schlüssel
Noch sei aus Offshore-Energie hergestellter Wasserstoff relativ teuer und etwa zwei Drittel der Kosten pro Kilogramm entfallen auf die Energie selbst, so Roland Berger weiter. Über stärkere Standardisierung und neue Technologien können jedoch Kostensenkungen erzielt werden.
Ein Lösungsansatz ist der Einsatz größerer Turbinen. Mit digitaler (vorausschauender) Wartung und selbstheilenden Materialien können zudem die hohen Kosten für Erhaltung und Reparatur über die Lebensdauer eines Windparks drastisch reduziert werden, heißt es. (jk)



