In den vergangenen zehn Jahren ist die Erdgasproduktion in den USA rapide gestiegen. Vor allem durch Schiefergas, das etwa 60 Prozent der derzeitigen Gesamtproduktion der USA ausmacht. Die Fortschritte bei Horizontalbohrungen, beim Fracking, in den vergangenen Jahren haben jedoch bisher nicht erreichbare Schiefergasreserven für die großtechnische, kommerzielle Produktion erschlossen.
Das Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung (IASS) hat eine Studie über die Schadstoffefreisetzung bei der Schiefergasproduktion in Deutschland und Großbritannien durchgeführt und kam zum Schluss, dass Stoffe wie Kohlendioxid, Methan, Kohlenmonoxid, Stickoxide und Feinstaubartikel in der Produktion frei gesetzt werden.
Emissionsbilanz bei Schiefergas weitaus höher als bei normalen Gas
Während die Methanleckraten im „optimistischen Fall“ mit den offiziellen Angaben der nationalen Regierungen vergleichbar sind, liegen die Ergebnisse für den „realistischen Fall“ deutlich über den aktuellen nationalen Emissionsbilanzen in diesen Ländern, heißt es. Beim Blick auf die CO2-Bilanz sei die Emissionsintensität für die Stromerzeugung über Schiefergas weitaus höher als aktuelle Schätzungen für die konventionelle Gasförderung in Deutschland auflisten – und zwar um bis zu 35 Prozent.
Die Studie lässt ernsthafte Bedenken entstehen hinsichtlich der Genauigkeit von Schätzungen der Methanleckage im Zusammenhang mit dem derzeitig konventionell geförderten Gas. Die Studie liefere daher wertvolle Erkenntnisse für eine Diskussion zwischen Öffentlichkeit und politischen Entscheidungsträgern über die Klimaauswirkungen einer neuen Gasindustrie, betonen die Wissenschaftler. (bh)
