Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein für den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft.

Wasserstoff gilt als wichtiger Baustein für den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft.

Bild: © Adobe Stock/malp

Das Wasserstoffbündnis GET H2 fordert Nachbesserungen am Entwurf zur Fortschreibung der Wasserstoffstrategie der Bundesregierung. Der erste Entwurf aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), der Ende 2022 bekannt wurde, greift nach Ansicht von GET H2 in zentralen Punkten deutlich zu kurz. Die Initiative, in der sich mehr als 50 Unternehmen, Institutionen und Kommunen für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Deutschland engagieren, hat jetzt ein Whitepaper mit einer ersten übergeordneten Analyse und Bewertung des Entwurfs vorgelegt.

In dem Whitepaper wird die gesamte Wertschöpfungskette des Wasserstoffs betrachtet und mit konkreten Lösungsvorschlägen kommentiert. In den Bereichen Erzeugung, Transport und Speicherung sowie Nachfrage sei eine Perspektive über das Jahr 2030 hinaus notwendig, um die Planungen frühzeitig anzugehen und langfristig die erforderliche Infrastruktur aufzubauen. Die Initiative macht deutlich: „Der Bedarf an Wasserstoff und der Wettbewerb im wachsenden internationalen Markt nehmen kontinuierlich zu. Der Entwurf wird aber weder den Anforderungen der Wirtschaft noch des Klimaschutzes gerecht.“

Förderung erweitern, Kritik an Netzgesellschaft

Konkret sehen die GET H2 Partner unter anderem eine deutlich konsequentere Förderung der Kapazitäten zur Erzeugung von Wasserstoff über Elektrolyseure als dringend notwendig an. Außerdem dürfe beim Aufbau der Wasserstoffnetze keine Vorfestlegung auf eine zentrale Netzgesellschaft erfolgen. „Es müssen zunächst die zentralen Kriterien für ein leistungsfähiges Netz festgelegt werden, das auch den Bedarfen der angeschlossenen Erzeuger und Verbraucher entspricht“, kommentieren die GET H2 Partner in einer Mitteilung. Auch beim Aufbau der Speicherkapazitäten sei deutlich mehr Geschwindigkeit notwendig. Auf der Nachfrageseite sollten Fördermaßnahmen unbürokratisch ausgestaltet werden. Entscheidungen müssten zügiger als bisher erfolgen, um Planungssicherheit zu schaffen.

In ihrer Bewertung kritisiert die Initiative zudem, dass vor der Erstellung des Entwurfs durch das BMWK keine an der Umsetzung der Wasserstoffprojekte beteiligten Akteure befragt wurden. Die Bundesregierung hat insgesamt 62 Wasserstoffprojekte in Deutschland für die Förderung als IPCEI (Important Projects of Common European Interest) nominiert, die Bedürfnisse dieser Projekte in dem Entwurf jedoch nicht berücksichtigt. Dies müsse sich in der weiteren Ausarbeitung ändern. (amo)

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