Bei den beteiligten Energiefirmen handelt es sich um Uniper, RWE, EnBW sowie die EnBW-Tochter VNG. Entsprechend dem Dienstag unterzeichneten Memorandum of Understanding (MoU)sollen die beiden schwimmenden Flüssiggas-Spezialschiffe (FSRU) bis zum 31. März 2024 "vollausgelastet" Gas zur Verfügung gestellt bekommen. Die entsprechenden rechtlich bindenden Verträge sollen nun schnell ausgearbeitet werden.
Die zwei schwimmenden LNG-Terminals in Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) und Wilhelmshaven (Niedersachsen) sollen bis zum Jahreswechsel den Betrieb aufnehmen, jeweils mit einer Leitungsanbindung, um die Kapazitäten ins Netz zu bringen, wie Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bei einem Pressestatement in Berlin sagte.
Lieferverträge mit rund 20 Ländern
Das benötigte Gas beschafften sich die drei beteiligten Unternehmen über Lieferverträge mit rund 20 Ländern auf dem Weltmarkt. "Sie haben am Weltmarkt jede Möglichkeit Gas zu besorgen und sie haben das getan", so Habeck. Der globale LNG-Markt umfasse in 2022 ein Volumen von rund 500 Milliarden Kubikmeter (bcm), ein Vielfaches von Nordstream 1 mit 55 bcm.
Der weltweite LNG Markt funktioniere und es sei "auch im Sinne der deutschen Energieverbraucher", dass die Unternehmen aus einem breiten Portfolio jeweils das günstigste Angebot nähmen, so der Bundeswirtschaftsminister. Im übrigen seien die Gasbeschaffungspreise der an dem MoU beteiligten Unternehmen marktgetrieben und nicht staatlich subventioniert.
Regasifizierungs-Kapazität von bis zu je 12,5 Mrd. Kubikmeter
Habeck bezeichnete deshalb die Absichtserklärung als "Signal des Vertrauens" in das Gelingen des unter Hochdruck zu entwickelnden Aufbaus einer LNG-Infrastruktur in Deutschland. Zugleich dies es ein Signal, dass Deutschland über die Schiffe in Brunsbüttel und Wilhelmshaven über den Winter Gas bekommen werde.
Die beiden schwimmenden Terminals haben eine Regasifizierungs-Kapazität von bis zu 12,5 Mrd. Kubikmeter. Sie werden übergangsweise von Uniper und RWE betrieben, bis eine Zweckgesellschaft den Betrieb übernimmt, teilte das Bundeswirtschaftsministerium mit.
"Kein garantiertes Szenario" für den Winter
Allerdings gebe für den kommenden Winter trotz aller Fortschritte kein "garantiertes Szenario" in punkto Gaslieferungen nach Deutschland, dafür sei die Situation "viel zu dynamisch", räumte Habeck ein. Es gelte weiterhin durch ein breites Maßnahmenbündel, so Energieeffizienzmaßnahmen sowie die Befüllung der Speicher, die "Robustheit dieses Landes für den kommenden Winter, aber auch danach hochzuhalten".
Wenig erstaunt zeigte sich Habeck vom Statement des norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre beim Besuch von Bundeskanzler Scholz am Montag, dass Norwegen aktuell nicht mehr Gas liefern könne. Dies sei schon seit einiger Zeit bekannt und Norwegen tue, was es könne, Doch sei dies eben auch "ein klares Signal, dass wir uns nicht nur auf die bekannten Lieferwege verlassen können", so Habeck. (hcn/dpa).



