Joachim Endress ist Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Ganexo, das sich auf Fragen des Gasmarkts spezialisiert hat.

Joachim Endress ist Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Ganexo, das sich auf Fragen des Gasmarkts spezialisiert hat.

Grafik/Bild: © ZfK/Ganexo

Die Gaspreise setzten den schwachen Seitwärtstrend bislang auch in dieser Woche fort. Die hohen norwegischen Exporte und die sehr gute LNG-Versorgung sorgten für deutliche Entspannung unter den Handelsteilnehmern. Ein guter Zeitpunkt, um uns einen Überblick über die LNG-Projekte in Deutschland zu verschaffen.

Vergangene Woche hatte die Deutsche Regas das schwimmende LNG-Terminal "Deutsche Ostsee" ("Baltic Energy Port") in Lubmin in Betrieb genommen. Die erste LNG-Lieferung aus Abu Dhabi soll Ende Januar eintreffen.

Standort Lubmin

Der "Baltic Energy Port" kann in der ersten Ausbaustufe in 2023 rund 5,2 Mrd. Kubikmeter Erdgas ins Netz einspeisen.

In einer zweiten Phase wird zunächst von Dezember an ein weiteres schwimmendes LNG-Terminal offshore im deutschen Hoheitsgebiet installiert. Damit steigt die Regasifizierungskapazität auf bis zu 11,5 Mrd. Kubikmeter Erdgas pro Jahr.

Standort Wilhelmshaven

Der schwimmende LNG-Anleger in Wilhelmshaven war der erste von sechs Flüssigerdgas-Terminals, die momentan in Deutschland realisiert werden. Die von Uniper betriebene Anlage mit dem FSRU Höegh Esperanza kann voraussichtlich 7,5 Mrd. Kubikmeter Erdgas pro Jahr in das Gasnetz einspeisen (ungefähr 14 Prozent von Nord Stream 1).

Das Terminal hat eine maximale Send-Out Kapazität von 164 GWh pro Tag. Zuletzt stiegen die Ausspeicherungen auf rund 150 GWh pro Tag, nachdem zu Beginn des Monats die Auslastung deutlich geringer war. Mit Sicht auf den laufenden Monat ergibt sich daher bisher nur eine durchschnittliche Auslastung von 59 Prozent.

Standort Brunsbüttel

Am vergangenen Freitag ist das FSRU Hoegh Gannet in Brunsbüttel angekommen. Es ist damit das dritte deutsche schwimmende LNG-Terminal, das in diesem Winter zur kurzfristigen Sicherung der Energieversorgung seinen Betrieb aufnehmen wird.

Das LNG-Terminal hat ein jährliche Regasifizierungskapazität von 7,5 Mrd Kubikmeter. Diese kann voraussichtlich von Ende 2023 an vollständig ausgeschöpft werden.

Brunsbüttel: Mittelfristige Pläne

Das Terminal ist zunächst als schwimmendes LNG-Terminal mit einer jährlichen Kapazität von 7,5 Mrd. Kubikmeter Erdgas geplant. Ende 2023 soll der neue Anleger für das FSRU "Transgas Force" bereitstehen.

Mittelfristig ist die Ablösung durch das neu zu bauende, ladseitige "Zero Emission-Terminal" geplant. Von 2027 an soll der "Hanseatic Energy Hub" mit einer jährlichen Kapazität von 13,3 Mrd. Kubikmeter ans Netz gehen.

Wilhelmshaven: Mittelfristige Pläne

In Wilhelmshaven ist bis zum Winter 2023/2024 die Inbetriebnahme eines weiteren schwimmenden LNG-Terminals geplant. Das fünfte staatliche FSRU soll im vierten Quartal 2023 in Betrieb gehen und hat eine jährliche Kapazität von fünf Mrd. Kubikmeter.

Parallel wird in Wilhelmshaven eine Anlandung von grünem Wasserstoff aufgebaut. Ziel ist es, dieses FSRU nur so lange im Betrieb zu halten, bis das Wasserstoff-Terminal für grünen Wasserstoff voraussichtlich im Jahr 2025 errichtet ist.

Gasmarktexperte Joachim Endress schreibt für die ZfK eine wöchentliche Kolumne. Thema des vorangegangenen Artikels: "Gaspreise: Der Februar hat statistisch ganz andere Schwankungsbreiten"

Info: Täglich aktualisierte Energiemarktdaten und -grafiken finden Sie hier im ZfK-Datenraum, der in Kooperation mit dem Berliner Datenspezialisten Energy Brainpool befüllt wird.

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