Ein ganzer Krisenstab, bestehend aus BNetzA, Bundesregierung und Landesregierungen, hat einen bundesweiten Gasnotstand simuliert.

Ein ganzer Krisenstab, bestehend aus BNetzA, Bundesregierung und Landesregierungen, hat einen bundesweiten Gasnotstand simuliert.

Bild: © Gazprom

Die bundesweite Übung zur Bewältigung einer fiktiven Gasmangellage (LÜKEX 2018) ist abgeschlossen. Kurz nach 15 Uhr klappten die Mitarbeiter in den Krisenstäben des Bundes, der Bundesnetzagentur sowie zehn direkt eingebundenen Landesregierungen ihre Rechner zu. Das Fazit der Übung, die allerdings akribisch vorbereitet und bereits seit Wochen angekündigt war, sei grundsätzlich positiv, hieß es zum Beispiel in Dresden.

Dort herrschte seit dem frühen Morgen des zweiten Übungstages nicht nur extreme Kälte von minus 30 Grad, sondern auch der Katastrophenzustand. Nachdem ein Teil des gasgestützten Fernwärmenetzes ausgefallen war und für rund zehntausend Einwohner warme Notquartiere bereit gestellt werden mussten, agierte der rund 40 Mitglieder starke Verwaltungsrat unter Leitung eines Staatssekretärs höchst professionell, wie der örtliche Leiter der Übung einschätzte. Zum Szenario gehörten der Ausfall von Gaslieferungen und die Erschöpfung von Speichervorräten, aber auch Transport- und Versorgungsprobleme durch zugefrorene Flüsse und Talsperren.

Notwendige Abschaltungen mit Augenmaß

Die Länder hätten, anders als die Bundesnetzagentur, allerdings vorrangig die Aufgabe, für die durch ein Einspielerteam nach Drehbuch simulierten regionalen Probleme operative Lösungen zu finden und Kommunikationsprozesse zu üben. Zugleich würden die am Krisenmanagement beteiligten Mitarbeiter lernen, welche Krisenszenarien als Folgen einer Gasmangellage in der Folgekette entstehen können – und welche Schwachstellen das System hat. "Wir haben zum Beispiel sehr deutlich gemerkt, dass bei der von der Bundesnetzagentur vorgenommenen Abschaltung von Verbrauchern in der Notfallstufe wir zumindest noch die Steuerungs- und Hilfszentren mit Wärme und Strom versorgen müssen, um handlungsfähig zu bleiben", sagt Thomas Kapol, Leiter Steuerung des LÜKEX in Dresden in einer ersten Analyse.

Die Auswertung der Übung werde jetzt zunächst regional erfolgen, bis März sollen dann bundesweit die detaillierten Berichte aus den Ländern und Bundesbehörden vorliegen. Die nächste Krisenübung des Bundes ist für 2020 angesetzt, dann soll ein Stresstest von kritischen IT-Systemen erfolgen. (masch)        

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