Bild: @ LichtBlick SE

Erdgas ist auf Großhandelsebene in diesem Jahr um 38 Prozent teurer geworden. Das ergibt der Vergleich im Day-ahead-Markt der Börse Pegas zwischen dem Januar-Schnitt und dem Oktober-Schnitt fürs deutsche Marktgebiet NCG (bis 30. Oktober), so ZfK-Berechnungen. Irgendwann muss diese Verteuerung auf die Endkunden umgeschlagen werden, oder die Vertriebsmarge ist weg. Bei Geschäftskunden (B2B) ist dies weniger ein Problem, da ohnehin Jahresverträge oder Zwei-Jahres-Verträge üblich sind, die jährlich neu und hart verhandelt werden.

Aber bei Privatkunden (B2C)? Nehmen Sie eine Preiserhöhung zum Anlass, herumzugoogeln und letztlich bei einem scheinbar günstigen Discounter zu landen? Im September hatten nur 19 der etwa 750 deutschen Gasversorger für den vergangenen und den laufenden Monat Preiserhöhungen angekündigt, so das Vergleichsportal Verivox. Wie sieht es zum Jahreswechsel aus?

1.265 Euro in der Grundversorgung

Die Heizgasvertriebe schauen gebannt darauf, wie die großen Versorger mit der Situation umgehen, um an den attraktivsten Orten auf Neukundenakquise zu gehen. Einer der Großen, die Stadtwerke München (SWM), hat sich am Montag öffentlich positioniert: Sie erhöhen zum 1. Januar um 6,5 Prozent und begründen dies mit den steigenden Preisen auf den Rohstoffmärkten. Die Prozentzahl gilt im Tarif "M-Erdgas M" bei einem typischen Jahresverbrauch von 20.000 kWh. "M-Erdgas M" ist der Grundversorgungstarif, das Pflichtangebot des örtlichen Marktführers, "M" steht jeweils für München; es gibt auch noch SWM-Tarife für den Speckgürtel. Der SWM-Bruttoendpreis steigt von 1.196,80 auf 1.264,80 Euro, berechnete die ZfK. Die anderen Gastarife der Münchner sind natürlich günstiger, und darauf weisen die SWM in ihrer Pressemitteilung auch hin.

Geschickte Preiskommunikation

Überhaupt machen die Münchner in ihrer Preiserhöhungs-Kommunikation einiges richtig:

  • Sie weisen die absolute Verteuerung als Monatsbetrag aus, mit 5,75 Euro. Klingt nicht so schlimm wie 69 Euro mehr im Jahr 2019.
  • Dagegen erinnern sie mit einem Jahresbetrag daran, dass das neue Preisniveau immer noch 76 Euro günstiger liegen wird als vor fünf Jahren. Im bundesdeutschen Schnitt waren die Endpreise für Haushaltskunden von September 2013 bis September 2018 um 18 Prozent oder 253 Euro auf 1.115 Euro gesunken, so Verivox.

Die SWM sind sowohl bei Strom als auch bei Gas traditionell einer der günstigsten Grundversorger in den Großstädten. Bei Gas sind im Bundesschnitt noch 22 Prozent der Haushalts- und Kleingewerbekunden in der Grundversorgung, so die Bundesnetzagentur. (geo)

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