Nord Stream 2 hat nach eigenen Angaben bisher rund sechs Mrd. Euro investiert.

Nord Stream 2 hat nach eigenen Angaben bisher rund sechs Mrd. Euro investiert.

Bild: © Nord Stream 2

Nach fast vierwöchiger Unterbrechung wegen Schmierfettfunden an den Küsten des Greifswalder Boddens startet der Pipelinebauer Nord Stream 2 wieder mit den Baggerarbeiten für die Ostseepipeline. Es sei sichergestellt, dass sich ein Zwischenfall wie auf dem Baggerschiff «Peter the Great» nicht wiederhole, sagte Projektmanager Henning Kothe am Donnerstag.

Durch ein Leck auf dem Baggerschiff waren am Pfingstwochenende rund 145 Kilogramm Schmierfett ausgelaufen. Die Baggerarbeiten wurden gestoppt, das Schiff wurde außer Betrieb genommen. Auf den vier nun verbliebenden Baggerschiffen würden nun biologisch abbaubare Schmierfette und Hydraulik-Öle eingesetzt. Zudem werde auf jedem Schiff ein Nord-Stream-Mitarbeiter die Arbeiten überwachen, hieß es. Die Arbeiten sollten im Laufe des Tages wieder aufgenommen werden.

Wasserschutzpolizei im Einsatz

Die Baggerarbeiten waren am 28. Mai eingestellt worden, nachdem an mehreren Stränden Schmierfett-Anspülungen entdeckt wurden und die Wasserschutzpolizei ein Baggerschiff als mutmaßlichen Verursacher identifiziert hatte. Umweltminister Till Backhaus (SPD) zeigte sich erleichtert, dass nun die Arbeiten mit höheren Umweltstandards fortgesetzt werden. Backhaus hatte zuvor auf den Austausch der auf den Baggerschiffen eingesetzten mineralölhaltigen Schmiermittel gegen biologisch leichter abbaubare Schmierstoffe gedrungen und die Übernahme der Kosten für die Bereinigung der von Schmierfett-Anlandungen betroffenen Strände im Greifswalder Bodden und im Strelasund verlangt. Die Kostenübernahme habe das Unternehmen inzwischen schriftlich erklärt.

Schmierfett wurde wieder eingesammelt

Die Reinigung der Strände sei weitgehend abgeschlossen. Etwa 100 Kilogramm Schmierfett sind nach Angaben von Nord Stream 2 inzwischen eingesammelt. Die Gazprom-Tochter geht davon aus, dass trotz der Unterbrechung die Verlegung der Pipeline im Greifswalder Bodden Ende des Jahres abgeschlossen sein wird. Bis auf Dänemark haben inzwischen alle betroffenen Länder den Bau der umstrittenen Trasse genehmigt. Aus Russland fehlt noch eine Teilgenehmigung.

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stralsund erklärte, wird gegen den Schiffsführer des verursachenden Schiffes wegen Gewässerverunreinigung ermittelt. Möglicherweise würden die Ermittlungen noch auf weitere Verantwortliche ausgeweitet. (dpa/al)

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