Blick aus der Vogelperspektive: das Gasfeld 2 der Lagerstätte Bowanenkowskoje auf der Jamal-Halbinsel. Von hier aus wird Gas gen Westeuropa gedrückt.

Blick aus der Vogelperspektive: das Gasfeld 2 der Lagerstätte Bowanenkowskoje auf der Jamal-Halbinsel. Von hier aus wird Gas gen Westeuropa gedrückt.

Bild: © Gazprom

Am 16. Juli wird US-Präsident Donald Trump in Helsinki den russischen Präsidenten Wladimir Putin treffen. Ein wichtiger punkt wird sicherlich dabei die Gaspipeline Nord Stream sein. Einen Tag später, am 17. Juli, kommt es auf Initiative des Vizepräsidenten der Energieunion Maroš Šefčovič in der Berliner Vertretung der Europäischen Kommission trilateralen Ministergesprächen mit Russland und der Ukraine über den langfristigen Transit von Erdgas nach Europa. Minister der jeweiligen Regierungen - der russische Energieminister Alexander Novak und der ukrainische Außenminister Pavlo Klimkin - sowie Vertreter der jeweiligen Gasunternehmen werden anwesend sein. Die EU ist entschlossen, diesen trilateralen Prozess fortzusetzen, der in der Vergangenheit dazu beigetragen hat, greifbare Ergebnisse zu erzielen, hieß es seitens der EU.

Noch beim Nato-Gipfel hat Trump scharfe Kritik an der Gaspipeline geäußert. Russland hat die Kritik des US-Präsidenten an der Ostseepipeline Nord Stream zurückgewiesen. «Wir haben mehrfach gesagt, dass Nord Stream 1 und Nord Stream 2 ausschließlich kommerzielle Projekte sind, die den Interessen der Erdgaslieferanten wie auch der -käufer in Westeuropa dienen», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge in Moskau.

Höhere Abhängigkeit von Russland?

Das deutsch-russische Pipelineprojekt Nord Stream bringt russisches Erdgas durch die Ostsee nach Deutschland. Der erste Strang ist seit 2011 in Betrieb, ein zweiter soll bis Ende 2019 fertig werden. Manche EU-Staaten kritisieren das Projekt, weil sie eine höhere Abhängigkeit von Russland fürchten. Die USA wollen ihrerseits Flüssigerdgas nach Europa verkaufen und stehen daher im Wettbewerb mit russischem Gas, das durch Pipelines billiger geliefert werden kann. Peskow betonte, Russland werte Attacken auf Nord Stream als unlautere Konkurrenz.

Trump hatte am Mittwoch beim Nato-Gipfel in Brüssel kritisiert, mit Nord Stream flössen Milliardenbeträge für Erdgas an Russland, und der Nato-Gegner werde dadurch gestärkt. Deutschland sei ein «Gefangener» Russlands. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte dies zurückgewiesen. Experten sagen, dass Deutschland zwar einen großen Teil seiner Energieressourcen in Russland kaufe, dass aber umgekehrt Russland Deutschland und Westeuropa als Absatzmarkt brauche. (dpa/al)

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