Verteilnetzbetreiber aus 13 europäischen Ländern starten ein neues Projekt mit dem Namen „Ready4H2" (Ready for Hydrogen). Das Projekt zielt darauf ab, das Wasserstoff-Know-how und die Erfahrungen der europäischen Gasverteilnetzbetreiber zu bündeln. Zudem soll das Projekt laut einer Mitteilung für die Presse ein gemeinsames Verständnis dafür schaffen, wie Verteilnetzbetreiber und ihre Gasnetze dazu beitragen können, die Einspeisung und Nutzung von Wasserstoff zu erleichtern.
Das Ready4H2-Projekt ist bis Februar 2022 geplant und soll drei neue Studien mit unterschiedlichem Untersuchungsschwerpunkt umfassen: Die erste Studie bündelt das „Wasserstoffwissen“ der Verteilnetzbetreiber. Sie soll eine Sammlung der Erfahrungen sein, die die europäischen Verteilnetzbetreiber mit Wasserstoffprojekten und Wasserstoffinfrastruktur haben. Darüber hinaus wird untersucht, wie die Verteilnetzbetreiber in die Wasserstoffentwicklung ihres Landes eingebunden sind und wie weit die Wasserstoffstrategie des Landes entwickelt ist.
Beitrag zur strategischen Raumplanung
Die zweite Studie stellt dar, wie die Verteilnetzbetreiber zur Wasserstoff-Wertschöpfungskette beitragen können. Die Erfahrungen und das Wissen der Verteilnetzbetreiber werden analysiert und in Wertvorschläge für die Wasserstoff-Wertschöpfungskette umgesetzt. Dabei soll es nicht nur um die Erfahrung mit Wasserstoff gehen, sondern auch um die Position der Verteilnetzbetreiber und ihren Beitrag zur strategischen Raumplanung.
Die dritte Studie zeigt einen Fahrplan, wie Verteilnetze zu einer primären „Wasserstoffverteilungsinfrastruktur“ in Europa werden. Sie sollt mögliche Hindernisse und Chancen auf dem Weg der Transformation der Verteilnetzbetreiber zur primären Verteilungsinfrastruktur für Wasserstoff beschreiben.
Offen für weitere Teilnehmer
Deutschland wird in „Ready4H2“ durch die deutsche Verteilnetzinitiative „H2vorOrt“ vertreten, in der rund 40 Verteilnetzbetreiber im DVGW zusammen mit dem VKU an der Transformation der deutschen Gasverteilnetze hin zur Klimaneutralität arbeiten. Es wird erwartet, dass sich nach dem Start des Projekts weitere Länder anschließen werden. Auch Organisationen und Unternehmen werden die Möglichkeit haben, sich an dem Projekt zu beteiligen, heißt es in der Mitteilung.
Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender DVGW, Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer VKU, und Florian Feller, Vorsitzender H2vorOrt, sind sich einig, dass die Gasverteilnetzbetreiber ein „natürlicher“ Bestandteil der raschen Wasserstoffentwicklung sind, die in den kommenden Jahren erwartet wird.
Ohne Verteilnetzbetreiber keine Wasserstoffwirtschaft
„Die Verteilnetzbetreiber im Projekt wollen zeigen, wie man mit den Verteilnetzen das enorme Wachstums- und das CO2-Reduktionspotenzial der Wasserstoffnutzung realisieren kann, was europäischen und nationalen Entscheidungsträgern bei der Entwicklung einer H2-Wirtschaft zugutekommt. Mit ihren weit verzweigten Netzen in ganz Europa braucht man die Verteilnetzbetreiber, um neben den Plänen der europäischen Fernleitungsnetzbetreiber für den Wasserstoff-Backbone klimaneutrale Gase auch in der dezentralen Wärmeversorgung und Industrie einsetzen zu können.“
Die EU-Ebene werde künftig eine noch zentralere Rolle einnehmen, was sich direkt auf die nationale Ebene auswirken wird. Die Zusammenarbeit mit den europäischen Nachbarn sei aufgrund der gestiegenen Bedeutung der EU-weiten Entwicklungspläne und -regelungen umso wichtiger. „Nur durch den gemeinschaftlichen Austausch kann ein klares europäisches Bild von den Entwicklungspfaden und den Rechtsrahmen für eine erneuerbare und dekarbonisierte Gasverteilung entstehen“, heißt es in der Mitteilung abschließend. (amo)



