Die Metropolregion Rhein-Main will zum Vorbild für die nationale Wasserstoffwirtschaft werden. Ein fünfköpfiges Konsortium, an dem u.a. die Mainzer Stadtwerke, die Hochschule RheinMain und die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden beteiligt sind, will ein Reallabor für eine systemische Wasserstoffproduktion, -verteilung und -weiternutzung aufbauen.
Gemeinsam mit der hessischen Landesenergieagentur (LEA) sollen in Frankfurt, Mainz und Groß-Gerau Elektrolyseure mit einer Leistung von insgesamt 15 MW errichtet und betrieben werden. An den Standorten soll erneuerbarer Strom in "grünem" Gas zwischengespeichert werden und so zur Stabilität der Stromnetze beitragen. Damit die Anlagen auch bei Störfällen weiterhin problemlos arbeiten, sind sie miteinander verbunden.
H2-Hubs und Methanisierungsanlage
Größtes Ziel des Konsotriums: Das Reallabor soll zeigen, dass eine Wasserstoffwirtschaft mit einer nahezu 100-prozentigen Versorgungssicherheit möglich ist. Nach der Erzeugung geht es für das Hydrogen weiter zu den sogenannten Wasserstoff-Hubs. Zwei zentrale H2-Distributionszentren sollen die Gasverteilung übernehmen. Wie solche Hubs aussehen können, soll im Rahmen der Begleitforschung erarbeitet werden.
Fest steht: An den Standorten sollen insbesondere kleinere Erzeuger und Abnehmer eine Chance auf einen Marktzugang bekommen. Das "Grüngas" kann jederzeit per Pipeline oder Trailer bezogen werden. Damit das Hydrogen auch problemlos ins Erdgasnetz eingespeist werden kann, ist eine Methanisierungsanlage im MW-Bereich in Planung, die aus H2 grünes CH4 macht.
Reallabor steckkt mitten in der Bewerbungsphase
Egal in welcher Form, das "grüne" Gas kann auch weiterverwertet werden. Während Methan als Rohstoff in der ortsansässigen Industrie zum Einsatz kommt, wird der Wasserstoff zur Strom- und Wärmeversorgung genutzt. Ein Brennstoffzellen-Kraftwerk mit einer Leistung von bis zu 10 MW soll im Netzengpassgebiet aufgebaut werden. Per Pipeline wird das H2 geliefert, sodass der Standort Netzdienst- als auch Regelleistung anbieten kann.
Ob dieses gigantische Projekt tatsächlich Wirklichkeit wird, hängt nun vom Ideenwettbewerb des Bundeswirtschaftsministeriums ab. Das Konsortium hat sich für das Förderprogramm "Reallabore für die Energiewende" beworben. Neben den fünf bereits bestehenden Projektpartnern haben bereits weitere 16 ihr Interesse und Engagement für das Vorhaben bekundet. (ls)



