In ganz Deutschland ergreifen Versorger und Unternehmen die Initiative für Wasserstoff.

In ganz Deutschland ergreifen Versorger und Unternehmen die Initiative für Wasserstoff.

Bild: © malp/Adobe Stock

Die Strom- und Gasnetzbetreiber haben es vorgemacht, nun springen auch RWE und Innogy auf den Trend zur Wasserstofferzeugung im industriellen Stil auf. Mutter und Tochter (noch) planen in den Niederlanden eine 100-MW-Power-to-H2-Anlage. Aber auch hierzulande treibt RWE seine Pläne zur Sektorenkopplung voran und hat gleich drei Projekte ins Rennen um die Förderung beim Ideenwettbewerb "Reallabore der Energiewende" geschickt.

Auf dem Gelände des RWE-Kraftwerks Eemshaven soll der Riesen-Elektrolyseur errichtet werden. Strategisch sinnvoll, denn in unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der Innogy-Windpark "Westereems" – die 52 Turbinen mit einer Leistung von über 100 MW sollen die PtG-Anlage betreiben.

Deutscher Vorreiter "Get H2"

Auch das Wasser für die Erzeugung von H2 ist direkt verfügbar. Das Kraftwerk produziert nämlich entsalztes Wasser, das sich für die Elektrolyse eignet. Bei Windstille kann das Kraftwerk mit Strom aus Biomasse versorgt werden und die Grüngas-Produktion aufrechterhalten.

Das niederländische Projekt hat ein deutsches Vorbild: RWE plant hierzulande gemeinsam mit einem Konsortium aus Industrie, Wissenschaft und Versorgungswirtschaft sowohl die Wasserstoff-Produktion als auch Infrastruktur deutschlandweit auszurollen. Unter dem Namen "Get H2" nimmt die Initiative auch am Ideenwettbewerb des Bundeswirtschaftsministeriums "!Reallabore der Energiewende" teil.

Flüssigsalz-Speicher und E-Fuels

Doch damit nicht genug schickt RWE noch zwei weitere Vorhaben in den Wettbewerb um Fördergelder: Bei "Sustainable PowerFuel" soll das Rheinische Revier zum Demonstrationsstandort für die Abscheidung und Nutzung von CO2 erforscht werden, das wiederum durch die Verbindung mit H2 zu E-Fuels entwickelt werden kann.

Des Weiteren nehmen RWE und seine Partner die Energiespeicherung über Flüssigsalz ins Visier. Dabei wird ein bestehendes Kohlekraftwerk ebenfalls im Rheinischen Revier zu einem Wärmespeicherkraftwerk umgerüstet, das überschüssigen erneuerbaren Strom in thermische Energie umwandelt. In einem elektrischen Erhitzer wird flüssiges Salz auf bis zu 600 Grad Celsius aufgeheizt und dann in einem Tank gespeichert. Bei erhöhtem Strombedarf wird diese Salzschmelze zur Dampferzeugung über einen Wärmetauscher geleitet. Das Salz kühlt dabei auf 250 bis 300 Grad ab und wird in einem weiteren Tank zwischengespeichert. Der dabei entstehende Dampf wird dann zur Verstromung in die Turbine des Kraftwerkblocks eingespeist. Dort ersetzt er einen Teil der ansonsten mit Braunkohle erzeugten Dampfmenge. (ls)

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