RWE Supply & Trading und Sempra Infrastructure haben eine Absichtserklärung über künftige Lieferungen von Flüssiggas aus dem texanischen LNG-Projekt Port Arthur für das Portfolio von RWE unterzeichnet. Die Vereinbarung sieht finale Verhandlungen und den Abschluss eines Liefer- und Abnahmevertrags mit einer Laufzeit von 15 Jahren über ein Volumen von rund 2,25 Millionen Tonnen LNG pro Jahr vor. Das Flüssiggas kann von der US-Küste aus von RWE an jeden Ort der Welt verschifft werden – zum Beispiel zu den geplanten LNG-Terminals in Deutschland.
Andree Stracke, Geschäftsführer von RWE Supply & Trading, erläutert in einer Pressemitteilung, dass diese Partnerschaft dazu beitragen werde, die Bezugsquellen für Gas von RWE und Deutschland zu diversifizieren und damit die Versorgungssicherheit in Europa langfristig zu verbessern.
Bird: Mit LNG zu einer kohlenstoffärmeren Energieversorgung
Justin Bird, CEO von Sempra Infrastructure, sieht die Zusammenarbeit als Chance, mit einem der führenden deutschen Stromerzeuger zusammenzuarbeiten und den Übergang zu einer kohlenstoffärmeren Energieversorgung zu beschleunigen.
Sempra Infrastructure ist in den USA ansässig und entwickelt, baut und betreibt LNG-Anlagen und LNG-Erschließungsprojekte an der Golfküste Nordamerikas und der Pazifikküste Mexikos.
RWE: LNG-Erschließungsprojekt ist vollständig genehmigt
Beim LNG-Projekt Port Arthur Phase 1 handelt es sich nach RWE-Angaben um ein vollständig genehmigtes Erschließungsprojekt in Jefferson County, Texas, das die Kapazitäten für die LNG-Produktion in den USA erhöht.
Mit der angestrebten Partnerschaft will RWE dazu beitragen, Deutschland unabhängig von russischen Rohstoffimporten zu machen. Deutschland entwickele sich derzeit zu einem wichtigen Markt für verflüssigtes Erdgas, heißt es aus Essen. Neben den USA seien Katar und Australien Schlüsselländer für die Produktion und Lieferung von LNG.
RWE investiert in Terminal für grünen Ammoniak
RWE setzt darüber hinaus auf den Import grüner Moleküle. Daher arbeitet das Unternehmen am Bau eines Terminals für den Import von grünem Ammoniak, das in unmittelbarer Nachbarschaft des LNG-Terminals in Brunsbüttel entstehen soll. Das Vorhaben soll dazu beitragen, die spätere Umstellung des gesamten Standorts auf grüne Moleküle zu erleichtern, teilt der Konzern mit. Im Zuge ihrer Zusammenarbeit wollen RWE und Sempra Infrastructure ein Rahmenwerk entwickeln, um die Treibhausgasemissionen im Zusammenhang mit Flüssiggas-Lieferungen aus dem Port-Arthur-LNG-Projekt zu mindern. Damit wolle man die Grundlage für künftige kohlenstoffarme Gaslieferungen legen. Zudem wollen Sempra Infrastructure und RWE prüfen, ob sie auch bei den Erneuerbaren und Wasserstoff zusammenarbeiten. (amo)



