Derzeit ist nachhaltig produzierter Wasserstoff noch nicht in größeren Mengen verfügbar.

Derzeit ist nachhaltig produzierter Wasserstoff noch nicht in größeren Mengen verfügbar.

Bild: © luchschenF/Adobe Stock

In den nächsten 30 Jahren könnte knapp die Hälfte des deutschen Gasbedarfs aus ökologischen Quellen gedeckt werden. Laut einer neuen Studie des Energieberatungsunternehmens Navigant/Ecofys besteht hierzulande ein Erzeugungspotenzial für regenerative Gase in Höhe von bis zu 414 Mrd. kWh.

Im Auftrag des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) berechnet die Studie unter dem Titel "Die Rolle von Gas im zukünftigen Energiesystem 2018", wie viel Gas bis ins Jahr 2050 aus Biomasse oder über synthetische Verfahren erzeugt werden kann und entsprechend Anteil am Energieverbrauch hat. Dazu hat das Forschungsteam sowohl die Potenziale der thermischen Verwertung von Biomasse als auch die Vergärung von Pflanzen, Speiseabfällen oder Gülle analysiert. Auch für die Herstellung von Synthesegasen wurden zwei Szenarien hochgerechnet (Erzeugung rein durch Stromüberschüsse und über zusätzliche Erneuerbare-Anlagen).

250 Mrd. kWh aus Biomasse

Das Fazit: Je nach der Menge der Biogasproduktion und der installierten Leistung von Power-to-Gas-Anlagen schwankt das Gesamtpotenzial zwischen 214 und 414 Mrd. kWh. Das entspricht knapp der Hälfte des aktuellen Gasbedarfs in Deutschland, der heute zu über 90 Prozent importiert wird. Der Umstieg von Erd- auf Biogas würde rund 83 Mio. Tonnen CO2 einsparen.

Vom Gesamtpotenzial stammen bis zu 250 Mrd. kWh pro Jahr aus biologischen Materialen, weitere 74 bis 164 Mrd. kWh könnten über die Umwandlung von Ökostrom in Wasserstoff oder Methan bereitgestellt werden. Damit sich die Hochrechnungen künftig auch bewahrheiten, appelliert der DVGW an die Politik.

Starthilfe auf dem Markt gefragt

"Um den Content-Switch, also den Wechsel von Erdgas zu grünen Gasen, jetzt zügig einzuleiten, müssen Power-to-Gas-Technologien durch Markteinführungsprogramme etabliert und rasch Elektrolyse-Kapazitäten aufgebaut werden," erklärt Gerald Linke, DVGW-Vorstandsvorsitzender. Er betont: "CO2-neutrale Gase können schon heute in vielen Gasanwendungen eingesetzt werden – sowohl im Strom- und Wärmemarkt als auch in der Mobilität. Das inländische Gesamtpotenzial lässt sich speziell dort kosteneffizient nutzen, wo bislang keine technologischen Alternativen existieren." (ls)

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