Nord Stream 2 hat nach eigenen Angaben bisher rund sechs Mrd. Euro investiert.

Nord Stream 2 hat nach eigenen Angaben bisher rund sechs Mrd. Euro investiert.

Bild: © Nord Stream 2

Im Vergleich zur ersten Analyse, die 2017 zur Zeit der Auftragsvergabe gleichfalls von Arthur D. Little erstellt wurde, seien in der Bauphase doppelt so viele Investitionen in EU- und Nicht-EU-Ländern getätigt oder zugesagt worden, heißt es in einer Mitteilung der Beratungsgesellschaft. Mehr als 1.000 Vertragspartner aus ganz Europa und Russland trügen zur Realisierung des Projekts bei. Dazu gehörten sowohl große internationale Unternehmen, die Material liefern und Bauleistungen erbringen, als auch kleine Unternehmen und Experten, die als Sachverständige zum Projekt beitragen.

Der gesamte wirtschaftliche Nutzen für die Europäische Union durch den Bau liege demnach bei 9,9 Mrd. Euro. Darüber hinaus würden im Zuge der Investition über Jahre hinweg in der EU 57.500 Vollzeitjobs geschaffen. Das BIP werde um 4,7 Mrd. Euro über verschiedene Branchen hinweg wachsen.

Interviews mit Lieferanten

Die Studie sei von Nordstream 2 mit einem in der Analyse unabhängigen Mandat beauftragt worden, erklärte Michael Kruse, Partner der Energy & Utilities Practice bei Arthur D. Little, auf ZfK-Nachfrage. Die Unternehmensberatung habe "Zugriff auf relevante Informationen erhalten, um eine volkswirtschaftliche Modellierung vornehmen zu können". Zudem seien diverse Interviews mit Vertretern am Bau beteiligter Lieferanten geführt worden.

Die Analyse wurde den Angaben zufolge mit Hilfe des ökonomischen Modells "IMPLAN" durchgeführt, das auf statistische Datenbanken der betroffenen Volkswirtschaften zurückgreift. Berücksichtigt wurden alle getätigten und zugesagten Investitionen (CAPEX) von 8 Mrd. Euro bis Ende Dezember 2018.

Effekt durch projektbezogene Bautätigkeiten

Die stärksten Effekte seien in Ländern zu beobachten, in denen große projektbezogene Bautätigkeiten stattfinden, also in Russland, Deutschland, Finnland, Dänemark und Schweden. Hinzu kämen Länder, die traditionell mit der Offshore-Öl- und Gasindustrie verbunden sind und Heimatländer wichtiger Dienstleister der Branche, etwa die Niederlande, Großbritannien, Norwegen und Italien. (hil)

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