Das Bundesforschungsministerium macht Druck, dass eine ambitionierte nationale Wasserstrategie endlich auf den Weg kommt.

Das Bundesforschungsministerium macht Druck, dass eine ambitionierte nationale Wasserstrategie endlich auf den Weg kommt.

Bild: © Thomas/AdobeStock

Deutschland kann seinen künftigen Wasserstoffbedarf bei maximaler Klimaschutzwirkung und mit zugleich klaren Kostenvorteilen durch grünen Wasserstoff decken. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie des Ökoenergieanbieters Greenpeace Energy.

Im Vergleich möglicher Wasserstoff-Ausbaupfade erweist sich erneuerbar produzierter Wasserstoff in Verbindung mit einem schnellen Zubau der erneuerbaren Energien laut der Analyse als die deutlich günstigste Variante: Die Kosten für grünen Wasserstoff sinken demnach von 44,50 Euro je Megawattstunde im Jahr 2025 bis 2040 auf 7,20 €/MWh. Je höher der Graustromanteil im Strommix, desto weniger wirtschaftlich wäre die Wasserstoff-Produktion nach Überzeugung der Studien-Autoren.

Grün ist besser als blau

Am schlechtesten schneidet blauer Wasserstoff ab (Nutzung von Erdgas plus unterirdische Verpressung des freiwerdenden CO2). Blauer H2 wäre 2025 laut der Studie rund ein Drittel und 2040 sogar elfmal teurer als die grüne Alternative. Auch bei den CO2-Emissionen ist grüner Wasserstoff demnach klar überlegen, wie die von dem Energiemarkt-Experten Steffen Bukold und dem Analyseinstitut Energy Brainpool erstellte Studie zeigt: Hier sinkt der CO2-Ausstoß schon ab dem Jahr 2035 auf null, während bei den anderen Ausbaupfaden teils erhebliche Emissionen verbleiben.

„Unsere Analysen zeigen, dass blauer Wasserstoff ein Irrweg wäre, auf dem Deutschland seine Klimaziele klar verfehlen würde“, wird Studienautor Steffen Bukold in der Mitteilung von Greenpeace Energy zitiert. Selbst bei optimistischen Annahmen entstünden bei blauem Wasserstoff auch 2040 noch mindestens 60 Gramm CO2 pro Kilowattstunde (kWh), wahrscheinlich sogar mehr als 200 g/kWh. Hinzu kämen die deutlich höheren Kosten. „Blauer Wasserstoff hat aber eine weitere entscheidende Schwachstelle“, ergänzt Bukold: „Für deutsche Produzenten stehen bis 2030 praktisch keine Speicherkapazitäten für das abgefangene CO2 zur Verfügung. Das heißt: Diese Emissionen gelangen letztlich direkt in die Atmosphäre.“

Nachfrage nicht künstlich anheizen

Aus Sicht von Greenpeace Energy muss die Bundesregierung jetzt klare Prioritäten setzen. Sie dürfe nur grünen Wasserstoff fördern. Laut Keiffenheim sollte die Politik die Nachfrage nach Wasserstoff nicht künstlich anheizen, solange noch keine ausreichenden Mengen an grünem Wasserstoff zur Verfügung stehen. Empfehlenswert sei der Einsatz zunächst etwa im öffentlichen Nahverkehr und anderen dezentralen Projekten mit hohem CO2-Minderungsfaktor. Die Verwendung von grünem Wasserstoff in Raffinerien zur Produktion fossiler Treibstoffe ist für den Greenpeace Energy-Experten hingegen der falsche Weg: „Wir sollten den knappen erneuerbaren Wasserstoff nicht dafür verschwenden, eine extrem klimaschädliche Technologie für ihre Restlaufzeit noch ein wenig aufzuhübschen.“ (amo)

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