Ausschnitt aus einem Youtube-Werbevideo von Tender365, dem im Juni 2018 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen von Gasversorgung Süddeutschland und Exxeta zum multilateralen Energiehandel.

Ausschnitt aus einem Youtube-Werbevideo von Tender365, dem im Juni 2018 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen von Gasversorgung Süddeutschland und Exxeta zum multilateralen Energiehandel.

Screenshot: ZfK © Tender365

Das Bundeskartellamt hat bereits am 20. Juli die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens "Tender365 GmbH" durch die EnBW-Tochter GVS und die IT-Schmiede Exxeta ohne Auflagen freigegeben. Die GVS bestätigte der ZfK am Montag entsprechende Informationen des Portals Energate. Auf der Website der Wettbewerbsbehörde war die Freigabe immer noch nicht sichtbar.

Das bedeutet: Die beiden Partner konnten schon loslegen, den gleichnamigen multilateralen Energiemarktplatz auch technisch aufzubauen. An der Erlaubnis dafür bestand aber auch zuvor kein ernsthafter Zweifel. Sie ist kaum überraschend. Die GVS und ihre Beteiligung Exxeta dürften auf keiner Wertschöpfungsstufe zusammen einen kartellrechtlich bedeutsamen Marktanteil von 40 Prozent erlangt haben oder mit der Transaktion erst erlangen. Dass sie es mit dem diskriminierungsfreien und genossenschaftsähnlichen Plattformgedanken ernst meint, dürften die Stuttgarter dem Kartellamt mühelos auch anhand des Gesellschaftsvertrags glaubhaft gemacht haben.

Wer tritt noch bei?

Der Notartermin zur Eintragung ins Handelsregister ist für Freitag geplant, teilt die GVS mit. Geschäftsführer werden Frank Sonne von Exxeta und Helmut Kusterer von der GVS. Im August sollen die Teilnehmer registriert werden. Ein entscheidendes Erfolgskriterium für "Tender365" ist, wie viele Wettbewerber der GVS mitmachen, denn wenn keiner mitmacht, würde ihr Portal "E-Point" ausreichen, über das nur GVS-Mengen gehandelt werden. Aber sie hält sich bedeckt, wer dem Joint Venture noch beitritt. Die GVS bestätigte nicht die "Angaben aus dem Umfeld der beteiligten Unternehmen", auf die sich Energate beruft, wonach zwei andere Energieunternehmen kurz vor dem Beitritt als Gesellschafter stünden. Sie bekräftigte lediglich exklusive Konditionen wie ein Gründungsmitglied für beitretende Unternehmen bis Ende August sowie die Offenheit für weitere gesellschaftsrechtliche Einstiege.

Wettbewerber

Größter Plattformwettbewerber für das Projekt "Tender365" dürfte im Segment echter, untertägiger Energiehandelstätigkeit das wagniskapitalfinanzierte Start-up Enmacc sein. Im Segment der jährlichen Ausschreibung von Lastgängen für gewerbliche Kunden dürfte es die multilaterale Neugründung Eless sein. (geo)

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