Der Energiepark Mainz arbeitet seit 2017 im kommerziellen Betrieb.

Der Energiepark Mainz arbeitet seit 2017 im kommerziellen Betrieb.

Bild: © Mainzer Stadtwerke

Die Überlandwerk Groß-Gerau GmbH (ÜWG) und die Mainzer Stadtwerke haben einen Kooperationsvertrag geschlossen. Mit der strategischen Partnerschaft soll sichergestellt werden, dass künftig auch die ÜWG und der Landkreis Groß-Gerau vom Wasserstoff profitieren wird, heißt es dazu in einer Mitteilung. „Die ÜWG möchte sich über den Einstieg beim Energiepark entsprechende Wasserstoffmengen langfristig sichern und zudem vom Wissen des ehemaligen Forschungsprojekts profitieren“, lässt sich ÜWG-Geschäftsführer Jürgen Schmidt in der Mitteilung zitieren. Außerdem möchten die Mainzer Stadtwerke, Linde und die ÜWG mittelfristig enger beim Thema Wasserstoff zusammenarbeiten, so Schmidt weiter. Konkret haben die Projektpartner vor, gemeinsam weitere tragfähige Geschäftsmodelle und Projekte zu entwickeln. Alle Beteiligten wollen gemeinsam weitere Wasserstoffquellen in der Region erschließen.

Das Thema Wasserstoff wird in den nächsten Jahren im Landkreis Groß-Gerau eine größere Rolle spielen, sind sich die ÜWG und die politischen Vertreter des Landkreises sicher. So setze unter anderem die lokale Nahverkehrsgesellschaft des Kreises Groß-Gerau (LNVG) auf Wasserstoff. In ihrem Mobilitätskonzept ist festgeschrieben, dass die gesamte Linienbusflotte nach und nach auf Wasserstoff umgestellt werden soll.

Wasserstoff für den ÖPNV

„Der Kreis Groß-Gerau arbeitet mit Hochdruck an der nachhaltigen Nutzung emissionsfreier Antriebe für den öffentlichen Nahverkehr“, führt Landrat Thomas Will in der Mitteilung aus. „Der Einsatz des ersten Brennstoffzellenbusses im Linienverkehr im Mai 2020 ist das erhoffte Aufbruchssignal für eine Umstellung auf nicht fossile Energieträger. Ich wünsche mir, dass der Energieträger Wasserstoff sich in vielen Bereichen in der Gesellschaft durchsetzen wird. Dass wir mit dem ÜWG nun beim Energiepark Mainz andocken können, ist ein weiterer wichtiger Schritt in diese Richtung“, freut sich der Kommunalpolitiker. Ziel sei es, bis 2030 eine emissionsfreie Busflotte auf den Linien des Kreises fahren zu sehen.

Betankungskonzept bis Ende des Jahres

Aktuell begleitet und unterstützt die ÜWG die Vorplanungen zum Bau einer Wasserstofftankstelle für die LNVG. Bis Ende des Jahres wolle man ein konkretes Betankungskonzept erstellen.

Die Mainzer Stadtwerke und Linde freuen sich über die neue Kooperation mit der ÜWG - auch weil die Initialzündung zum Bau des Energieparks seinerzeit von der ÜWG ausging, wie Stadtwerke-Chef Tobias Brosze betont. „Ein Stück weit gehörte die in Hechtsheim errichtete Anlage also schon seit der Inbetriebnahme auch zu Groß-Gerau. Mit der jetzt besiegelten Kooperation wird das Thema Wasserstoff als Energieträger der Zukunft hoffentlich auch in der Realität stärker in den Fokus von Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit im Landkreis Groß-Gerau rücken.“

2013 war der Energiepark Mainz als gemeinsames Forschungsvorhaben der Partner Linde, Siemens und Mainzer Stadtwerke unter wissenschaftlicher Begleitung der Hochschule RheinMain mit finanzieller Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums gestartet. Der in Hechtsheim aus erneuerbarem Strom produzierte Wasserstoff wird teils ins Erdgasnetz eingespeist, teils per Trailer zu Anwendern in Industrie und Mobilität transportiert. Die Anlage arbeitet seit Ende der Forschungs- und Förderphase 2017 im kommerziellen Betrieb. Sie wird seitdem von der Mainzer Stadtwerke AG und der Linde GmbH gemeinsam betrieben. (amo)

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