Die Power-to-X-Allianz, ein Aktionsbündnis, in dem sich Unternehmen und Verbände aus der Energie-, Automobil- und Mineralölbranche zusammengetan haben, fordert Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) auf, anwendungsoffener und ambitionierter an das Thema Wasserstoff heranzugehen. Das in der aktuellen Fassung der Nationalen Wasserstoffstrategie formulierte Ziel, bis 2030 rund 20 Prozent des in Deutschland verbrauchten Wasserstoffs mit "grünem" Wasserstoff zu decken, sei nicht ausreichend, heißt es in einem von dem Bündnis vorgelegten 10-Punkte-Plan.
Bereits im Jahr 2025 müsste eine Elektrolyseleistung von fünf Gigawatt erreicht werden, "damit die notwendigen Lernkurven und Kostensenkungspotenziale der Technologien rechtzeitig erreicht werden können".
Offen für alle
Zudem sei es falsch, sich bei der Nutzung des Wasserstoffs auf die Industrie zu fokussieren. Es müsse vielmehr darum gehen, alle Sektoren und Anwendungsbereiche gleichermaßen in den Blick zu nehmen. Nur so werde es zu einem zügigen Markthochlauf von PtX-Technologien kommen. Es müsse nun darum gehen, Skalierungspotenziale zu aktivieren, um wirtschaftliche Lösungen zu ermöglichen.
Förderprojekte alleine helfen nach Überzeugung der im Bündnis engagierten Unternehmen nicht weiter. Es sei sehr viel wichtiger, attraktive Märkte für CO2-freien Wasserstoff zu schaffen. Hierbei gelte es, die Zahlungsbereitschaft der unterschiedlichen Branchen zu berücksichtigen.
Weg mit der EEG-Umlage
Ein Dorn im Auge ist den Autoren des fünfseitigen Papiers die EEG-Umlage für Wasserstoff aus erneuerbaren Energien. Diese müsse umgehend gestrichen werden.
Ungenutzte Potenziale von PtX entdecken die Mitglieder des Aktionsbündnisses im Gebäude- sowie im Verkehrssektor. Synthetische Brennstoffe seien wichtig, um die Wärmewende voranzutreiben. Sie seien gut speicherbar und leicht transportierbar und bei den Verbrauchern akzeptiert. Im Verkehrsbereich wiederum sollte die Politik nicht nur im Flug- und Schiffsverkehr auf eine "progressiv ansteigende Beimischung von Ptx-Produkten zu konventionellen Kraftstoffen" hinarbeiten, heißt es in dem Papier weiter.
Abwärme von Elektrolyseuren nutzen
CO2-Einsparpotenziale machen die Autoren bei der Abwärmenutzung von Elektrolyseuren aus - ein Thema, das die Bundesregierung in ihrer Wasserstoffstrategie bislang komplett vernachlässige.
Die Nutzung von "grünem" Wasserstoff und Ptx müsse in jedem Fall global gedacht werden, betont das Aktionsbündnis. Es sei richtig, Energiepartnerschaften mit europäischen und außereuropäischen Staaten abzuschließen, um die Wasserstoffproduktion voranzubringen. (amo)
