Die Leipziger EnBW-Konzerngesellschaft Verbundnetz Gas hat am Freitag am Rande des International Economic Forum in St. Petersburg erstmals einen Importvertrag mit Gazprom Export geschlossen. Dies geht aus Zusatzangaben eines Sprechers von VNG auf ZfK-Anfrage hervor. Gazprom-Chef Alexej Miller selbst setzte mit VNG-Chef Ulf Heitmüller im Namen der VNG Handel & Vertrieb die Tinte unter den Vertrag.
Das bisherige, langfristig laufende Import-Portfolio war dagegen mit der Gazprom-Handelstochter WIEH geschlossen worden. Was die Neuerung für den Import russischen Gases bedeutet, ist nicht ganz klar. Gazprom restrukturiert seit Jahren sein Gashandels- und Exportgeschäft für Westeuropa in London, Berlin, Kassel und Wien um.
Jedenfalls gab der VNG-Sprecher an, der neue Vertrag habe eine "kurze" Laufzeit. Genaueres teilte er nicht mit. Klassische Importverträge haben Laufzeiten von 15 Jahren oder länger und enden bei ein und demselben Importeur zu unterschiedlichen Zeitpunkten.
Der neue Importvertrag tritt am 1. Januar 2021 in Kraft. Pro Jahr sollen 3,5 Milliarden Kubikmeter abgenommen werden. Das entspricht bei einer angenommenen Energiedichte von 12 kWh pro cbm 42 Mrd. kWh. VNG setzt jährlich 500 Mrd. kWh Gas ab. Über die konkrete Herkunft des Gases, Lieferrouten, Anlandepunkte, Preissysteme und Flexibilitätsgrade gab der VNG-Sprecher keine Auskunft. Gazprom Germania in Berlin verwies die ZfK auf die Konzernzentrale in Moskau, wo seither eine Anfrage läuft. (geo)



