Die Bauplanung für die Wasserstoff-Pipeline des Gemeinschaftsprojekts "H2 GeNeSiS" kann beginnen. Beteiligt sind daran die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS), die Stadtwerke Esslingen am Neckar, die Stadtwerke Stuttgart, das Steinbeis-Innovationszentrum energieeffiziente und emissionsfreie Technologien (SIEET) und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung BW (ZSW), wie die Stadtwerke Stuttgart mitteilen.
Nun wurde die Förderung durch das baden-württembergische Umweltministerium und der EU bewilligt. Über das EFRE-Programm "Modellregion Grüner Wasserstoff" fließen rund elf Mio. Euro in das Projekt.
Wasserstoffwirtschaft in Stuttgart
Die Wasserstoff-Pipeline soll die Grundlage für eine grüne Wasserstoffwirtschaft in der Region Stuttgart bilden. Sie soll dabei als Verteilernetzwerk für Wasserstoff fungieren, Erzeuger und Anwender von grünem Wasserstoff werden entlang der Pipeline angesiedelt sein, heißt es.
Die Projektpartner wollen zudem gleichzeitig verschiedenste Anwendungsbereiche für grünen Wasserstoff – wie Wohnquartiere, industrienahe Unternehmen und die Mobilität – testen.
Pipeline könnte ausgebaut werden
"Die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie bietet für die Region Stuttgart sehr gute Möglichkeiten, den Strukturwandel und die damit einhergehende Transformation der Automobilindustrie positiv zu beeinflussen und neue Akzente zu setzen. Es entstehen nicht nur neue Arbeitsplätze, die Region Stuttgart bleibt damit auch Vorreiterin für neue Technologien und ein Standort zukunftsweisender Forschung und Entwicklung", sagt Walter Rogg, Geschäftsführer der WRS, die "H2 GeNeSiS" koordiniert.
Bereits heute sei absehbar, dass die geplante Pipeline wegen der hohen Nachfrage im weiteren Verlauf ausgebaut werde, so Rogg.
Meilensteine für die Region
ZSW und SIEET haben demnach als Projektpartner Forschungsgrundlagen geliefert. "Nur mit einer ganzheitlichen Forschungs- und Innovationsstrategie entlang der gesamten Wertschöpfungskette zum Wasserstoff – von der Erzeugung über Speicherung, Transport und Verteilung bis hin zur Anwendung – wird der zügige Markthochlauf für diese Schlüsseltechnologie der Energiewende gelingen", betont Marc-Simon Löffler, Leiter des Fachgebiets Regenerative Energieträger und Verfahren am ZSW.
Der in H2 GeNeSiS geplante Aufbau eines "H2-Marktplatzes" und einer H2-Pipeline entlang des Neckars seien bedeutende Meilensteine für den Aufbau einer Wasserstoff-Wirtschaft im Großraum Stuttgart.
Anwendung in der Mobilität
"Mit dem Projekt gehen wir in die praktische Umsetzung und sammeln dabei erste wertvolle Erfahrungen von der Erzeugung, über Transport, Speicherung bis hin zur Nutzung und Kundenakzeptanz", erklärt Peter Drausnigg, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart.
"In der aktuellen weltpolitischen Situation ist das Beschleunigen der Substitution fossiler Energieträger wichtiger denn je", ergänzt Jörg Zou, Geschäftsführer der Stadtwerke Esslingen am Neckar. Dabei spiele der Wasserstoff eine tragende Rolle. Denn er biete vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. "Aber auch für die Mobilität kann Wasserstoff als Energieträger hervorragend eingesetzt werden", so Zou weiter.
Laufzeit bis Ende 2026
Die Pipeline soll Ende 2024 in Betrieb gehen. Das durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg und den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) kofinanzierte Projekt läuft bis zum 31.12.2026, teilt der kommunale Versorger mit. (jk)



