350-450 Kilometer lang wäre die Wasserstoff-Pipeline von Esbjerg oder Holstebro in Dänemark nach Hamburg in Deutschland.

350-450 Kilometer lang wäre die Wasserstoff-Pipeline von Esbjerg oder Holstebro in Dänemark nach Hamburg in Deutschland.

Bild: © Mike Benna/unsplash

Wie kommt der Wasserstoff am günstigsten und effizientesten vom Produzenten zum Konsumenten? Mit dieser Frage hat sich der Nationale Wasserstoffrat (NWR) beschäftigt und ein Papier zu den Transportoptionen und -bedingungen von Wasserstoff beschlossen.

Demnach können kleinere Mengen Wasserstoff flexibel über Lkw-Trailer transportiert werden. Im europäischen Umfeld für Distanzen von bis zu 10.000 km hält der NWR den Wasserstofftransport in Pipelines für die wirtschaftlichste Option – und zwar auch dann, wenn Pipelines neu gebaut werden müssen. Dieser leitungsgebundene Transport ist laut der Studie zum „European Hydrogen Backbone“ (EHB) zu Kosten von ca. 0,16  Euro/kg je 1000 km Transportweg bei nahezu vollständig ausgelasteten Fernleitungen möglich. Zu Beginn führt die geringe Auslastung laut der Analyse zu höheren Transportkosten für erste Abnehmer. Diese sollten staatlich abgefedert werden sollten, fordert der NWR.

Erdgasleitungen umrüsten

Die in der EHB-Studie ermittelten Transportpreise basieren auf einem signifikanten Anteil umgestellter Erdgasleitungen im geplanten System, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Nutzung von Bestandsinfrastruktur reduziere die Systemkosten, beschleunige die Realisierung, vermeide Umwelteingriffe und erhöhe damit die gesellschaftliche Akzeptanz, heißt es zusammenfassend in dem Papier.

Die Nutzung vorhandener Erdgasfernleitungen für den sicheren Transport von Wasserstoff ist laut einem Gutachten des TÜV Nord grundsätzlich möglich, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Wasserstoffqualität sei beim Transport in umgestellten Erdgasfernleitungen grundsätzlich gesichert und die Vorgaben der relevanten Norm DVGW G 260 (2021) würden eingehalten.



Infrastrukturen gemeinsam denken und planen

Für Abnehmer von Biogas/Biomethan und synthetischem Erdgas (SNG) werde es auf der Fernleitungs- und Verteilnetzebene auch weiterhin Methannetze geben, so der NWR. Der Prozess zur Netzentwicklungsplanung im Erdgas sei für eine effiziente und transparente Planung des Wasserstoffnetzes eine gute Grundlage. Notwendig sei eine engere Verzahnung der Infrastrukturplanungen für Strom, Gas und Wasserstoff. (amo)

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