Stephan Tenge, Avacon Technikvorstand, und Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des DVGW, unterzeichneten in Salzgitter eine Kooperationsvereinbarung für mehr Wasserstoff im Erdgasnetz.

Stephan Tenge, Avacon Technikvorstand, und Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des DVGW, unterzeichneten in Salzgitter eine Kooperationsvereinbarung für mehr Wasserstoff im Erdgasnetz.

Bild: © Avacon

Für die vielen Wasserstoff-Projekte, die in den vergangenen Monaten angekündigt wurden, dürfte das wohl die Sensationsmeldung der Woche sein, denn der Verteilnetzbetreiber Avacon und der DVGW planen, 2021 erstmals 20 Prozent Wasserstoff in die Erdgas-Infrastruktur einzuspeisen.

Besiegelt wurde das Vorhaben am Montag in Salzgitter, wo beide Partner eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet haben. Demnach soll die bislang geltende Beimisch-Grenze von knapp zehn Prozent in einem Netzabschnitt in Sachsen-Anhalt verdoppelt werden.

Nächster Schritt in Richtung Regelwerksanpassung

"Das Pilotprojekt markiert einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg in ein klimafreundliches Energiesystem. Es zeigt, dass die Beimischung immer höherer Anteile von CO2-freien Gasen in greifbare Nähe rückt und in Zukunft die Einspeisung von bis zu 100 Prozent Wasserstoff in das Erdgasnetz technisch möglich sein wird“, prognostiziert Gerald Linke, Vorstandsvorsitzender des DVGW.

Die Erkenntnisse aus dem Projekt sollen dem DVGW Erkenntnisse liefern, die zur Weiterentwicklung des technischen Regelwerks des Vereins beitragen sollen. Der DVGW hat bereits im April angekündigt, sein Regelwerk an die steigende Wasserstofferzeugung- und Nachfrage anzupassen. So soll das künftige Regelwerk für eine Beimischung von etwa 20 Volumenprozent angepasst werden. Bis zum Jahr 2030 sollte der Wert von zehn Prozent allerdings ohne Einschränkung regelwerksseitig verbindlich gelten, hieß es im Frühjahr. (ls)

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