Im Kern benötige die Netzausbauplanung einen weiteren Prozess. Dies war eine der zentralen Erkenntnisse auf dem Energiewendekongress der Deutschen Energie-Agentur (Dena). Denn damit könnte der Integrationsprozess der erneuerbaren Energien besser geplant werden, erläutert Hannes Seidl, Bereichsleiter Energiesysteme und Energiedienstleistungen der Dena.
Dieser Zwischenprozess ist die Systementwicklungsplanung: "Gesetze, Studien oder gar das Klimapaket, all die darin aufgeworfenen Fragen und Vorgaben müssen gesammelt, sortiert und beantwortet werden. Erst dann könnte man ein integriertes Netz planen", so Seidl. Besonders herausfordernd seien die urbanen Räume. "Hier müssen die lokalen Akteure sehr genau analysieren: Wo sind die Standardprozesse für einen Netzentwicklungsplan vor Ort vorhanden?", wirft der Bereichsleiter auf. Die Netzstudie soll auch auf diese Frage eine Antwort finden.
Zivilgesellschaft mitdenken
Anita Sander, stellvertretende Geschäftsführerin bei Renewables Grid Initiative, merkt kritisch an: "Zivilgesellschaftliche Akteure kamen zu uns und fühlten sich von den letzten beiden Studien nicht mitgenommen. Die Dena hat die Governance-Strukturen. Deshalb nutzen sie diese, um die Gesellschaft mitzunehmen." Grundsätzlich brauche es einen Systementwicklungsplan. Aber die zivilgesellschaftliche Perspektive müsse mitgedacht werden. Hierfür müssten viele Experten und eine große Bandbreite abgedeckt werden. Dadurch könnten erst verschiedene komplexe Szenarien modelliert werden.
Selma Lossau, Leiterin Netzintegration und Elektromobilität bei Netze BW, fasste ihre wichtigen Aspekte zusammen: "Für einen erfolgreichen Integrationsprozess braucht es die Infrastruktur, die Datenlage, Transparenz und Netze sowie dazugehörigen Netzausbau. Vor allem aber müssen die Netzbetreiber zusammenarbeiten." (ab)



