Das noch nicht in Betrieb genomme Steinkohlekraftwerk Datteln IV steht wieder im Zentrum der Debatte um Klimaschutz und den Kohleausstieg.

Das noch nicht in Betrieb genomme Steinkohlekraftwerk Datteln IV steht wieder im Zentrum der Debatte um Klimaschutz und den Kohleausstieg.

Bild: © Uniper

Die mit Braunkohle betriebenen Kraftwerksblöcke in Schkopau sollen offenbar schon 2026 ihren Betrieb einstellen. Über entsprechende Pläne der Bundesregierung berichtet die "Mitteldeutsche Zeitung" (MZ). Der in Sachsen-Anhalt gelegene Standort bleibt jedoch erhalten und wird auf Gasbetrieb umgerüstet. Neu daran ist vor allem der Zeitpunkt, denn bislang war davon die Rede, dass die Blöcke erst 2035 vom Netz gehen sollten. Die beiden Blöcke sind 1996 in Betrieb gegangen. Es sind die ersten Braunkohleblöcke, die nach der Wende auf dem Gebiet der ehemaligen DDR in Betrieb gingen.

Uniper bevorzugt offenbar das Steinkohlekraftwerk Datteln IV in Nordrhein-Westfalen. Damit soll eine Zusage aus dem Braunkohlekompromiss eingehalten werden. „Wenn wir in Deutschland für eine zuverlässige Energieversorgung bis 2038 Kohlestrom benötigen, sollten die modernsten Anlagen laufen und nicht die schmutzigsten“, sagt dazu der Uniper-Chef Andreas Schnierenbeck der MZ. Er verteidigt die geplante Inbetriebnahme von Datteln IV: "Es ist das sauberste und effizienteste Steinkohlekraftwerke der Welt!"

Haseloff: "Vetrauensbruch gegenüber den Bürgern"

Das Nachsehen haben vorläufig die Beschäftigten im Braunkohlekaftwerk, es sind rund 140. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff drängt nach Angaben der "Dresdner Neuesten Nachrichten" auf einen weiteren Kohlegipfel im Kanzleramt, und das auch, weil die Umrüstung von Schkopau weitere Folgen haben wird – bis in die Braunkohleförderung. Der Mibrag-Tagebau Profen dürfte mittelfristig zur Disposition stehen, denn der Löwenanteil der dortigen Produktion, rund acht Mio. Tonnen, wird bislang in Schkopau verfeuert.

Haseloff möchte das vorgezogene Braunkohle-Aus in Schkopau nicht auf sich beruhen lassen. "Das ist für mich die Aufkündigung des Braunkohle-Kompromisses", polterte er in den Dresdner Neuesten Nachrichten. Bisher sei vereinbart gewesen, zunächst Kraftwerke in den westlichen Bundesländern stillzulegen und erst ab 2030 die mitteldeutschen Anlagen ins Visier zu nehmen. Der Strukturwandel habe Vorrang – alles andere sei "Vertrauensbruch gegenüber den Bürgern". (sig)

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